Kebekus kritisiert Machtstrukturen und verteidigt Fernandes
Kebekus kritisiert Machtstrukturen und verteidigt Fernandes

Carolin Kebekus (45) hat sich in einem Interview mit dem Magazin „Stern“ zu den Vorwürfen geäußert, die Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) erhebt. Die Kabarettistin zeigte sich dabei kritisch gegenüber der Showbranche und betonte die Notwendigkeit, patriarchale Machtstrukturen aufzulösen.

„Mich wundert gar nichts mehr“

Kebekus erklärte: „Ich arbeite seit 1999 beim Fernsehen, mich wundert gar nichts mehr.“ Sie habe „unendlich viele Geschichten“ mitbekommen. Männer wie Ulmen hätten Macht, weshalb es wichtig sei, diese Strukturen zu durchbrechen. „Genau deshalb müssen wir alle Kraft daransetzen, diese patriarchalen Machtstrukturen aufzulösen, deshalb ist es so wichtig, dass mehr Frauen, mehr Mütter mitentscheiden und verschiedene Lebensrealitäten mitgedacht werden.“

Verständnis für betroffene Frauen

Die Komikerin zeigte Verständnis für Frauen, die nicht mit solchen Fällen an die Öffentlichkeit gehen – insbesondere mit Blick auf das, was Fernandes derzeit erlebe. „Dass eine Frau mit einer schusssicheren Weste auftreten muss. Dass sie auseinandergenommen wird.“ Besonders empört zeigte sich Kebekus über Stimmen, die Fernandes vorwerfen, den Fall öffentlich gemacht zu haben. „Am schlimmsten finde ich die Leute, die sagen: Krass, dass sie es jetzt öffentlich macht. Die hat doch ein Kind. Wenn ich das höre, kotze ich auf den Tisch.“

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Ein generelles Problem

Kebekus betonte, dass es sich um ein „generelles Problem“ handele. „Aus der Showbranche dringt es vielleicht schneller an die Öffentlichkeit. Viele fragen sich später: Hä, warum hat die Frau so lange nichts gesagt? Aber niemand will als Opfer dargestellt werden.“ Sie glaube jedoch fest daran, dass irgendwann alles herauskomme. „Zum Glück gibt es mittlerweile viele Frauen, die so mutig sind wie Gisèle Pelicot und Collien Fernandes, und jeder der Schritte, den sie gehen, ermutigt andere Frauen. Ich habe das Gefühl: Jetzt geht es los.“

Hintergrund der Vorwürfe

Erstmals im März 2026 wurden durch einen Bericht des „Spiegel“ schwere Vorwürfe bekannt, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen erhebt. Sie wirft ihm vor, mutmaßlich Fake-Profile im Netz angelegt und pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Seither gibt es in Deutschland verstärkt eine Debatte über gesetzliche Lücken unter anderem im Zusammenhang mit Identitätsbetrug im Internet und der Veröffentlichung von pornografischem Material ohne die Zustimmung betroffener Personen. Tausende Menschen gingen nach Bekanntwerden der Vorwürfe auf die Straßen, um sich mit der Moderatorin sowie anderen Betroffenen sexualisierter und digitaler Gewalt zu solidarisieren.

Ulmens Anwalt Christian Schertz teilte mit, dass sein Mandant „zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“ habe. Den Bericht des „Spiegel“ hatte Schertz zuvor scharf kritisiert. Es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“ und man sei beauftragt worden, rechtliche Schritte einzuleiten. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

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