Kölner Mordprozess: Angeklagter soll Ehefrau in Badewanne ertränkt haben
Vor dem Landgericht Köln hat ein aufsehenerregender Mordprozess begonnen. Ein 63-jähriger Bauingenieur aus Wermelskirchen muss sich wegen des heimtückischen Mordes an seiner 58-jährigen Ehefrau verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine Gattin im Dezember 2021 in der eigenen Badewanne ertränkt zu haben, um einen Suizid vorzutäuschen.
Vorwürfe der Staatsanwaltschaft: Schlafmittel und gewaltsames Ertränken
Laut Anklage soll der Mann Ende 2021 zehn Schlaftabletten im Morgenkaffee seiner Frau aufgelöst haben, den diese noch im Bett liegend trank. Nachdem sie eingeschlafen war, habe er sie vollständig bekleidet in eine mit warmem Wasser gefüllte Badewanne gelegt, wobei sich ihr Kopf unterhalb des Wasserspiegels befand. Überraschenderweise sei die Frau noch einmal wach geworden, mit dem Kopf aufgetaucht und habe nach Luft gerungen.
Daraufhin ergriff der Angeklagte ihre Oberarme und drückte sie gewaltsam unter Wasser, bis der Tod eintrat, heißt es in den Anklageschriften. Erst wesentlich später habe der Mann den Notruf gewählt und behauptet, er habe seine Frau leblos im Badezimmer vorgefunden.
Verteidigung des Angeklagten: Verweis auf Suizidversuche
Am ersten Verhandlungstag bestritt der 63-Jährige die Vorwürfe energisch. Seine Verteidigung verwies auf frühere Suizidversuche der Ehefrau, die an chronischen Schmerzen gelitten und sich in einem Verzweiflungszustand befunden habe. Die Staatsanwaltschaft hingegen sieht die Tatmotivation in einer über Jahre andauernden und sich zum Schluss zuspitzenden schwierigen familiären Situation.
Prozessverlauf und mögliches Urteil
Der Angeklagte hatte zunächst in Untersuchungshaft gesessen, befindet sich seit März 2022 jedoch wieder auf freiem Fuß. Für den Prozess sind weitere sieben Verhandlungstage bis zum 22. Juni angesetzt, sodass ein Urteil möglicherweise im Juni fallen könnte. Die Ermittlungen deuten auf eine sorgfältig geplante Tat hin, die nun im Detail vor Gericht aufgeklärt werden muss.
Die Verhandlung wirft nicht nur Fragen zur Schuld des Angeklagten auf, sondern auch zu den Umständen, die zu dieser tragischen Tat geführt haben könnten. Die Beweisaufnahme wird zeigen, ob die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft haltbar sind oder die Verteidigung mit ihren Argumenten durchdringt.



