Lachgas-Konsum: Beratungsanfragen im Norden rückläufig, doch Gesamtvergiftungen steigen
Lachgas: Weniger Beratungen im Norden, aber mehr Vergiftungen

Lachgas als Partydroge: Rückgang der Beratungsanfragen im Norden Deutschlands

Das leicht verfügbare Lachgas hat sich zu einer gefährlichen Freizeitdroge entwickelt, die insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen kursiert. Laut dem Giftinformationszentrum Nord wird der Stoff regelmäßig missbräuchlich inhaliert, oft über Luftballons, um einen euphorisierenden Rausch zu erzielen. Interessanterweise zeigt sich in einer bestimmten Altersgruppe ein möglicher Rückgang des Konsums, der sich in den aktuellen Zahlen widerspiegelt.

Statistiken zeigen gemischte Entwicklungen

Im vergangenen Jahr wurden beim Giftinformationszentrum Nord insgesamt 33 Fälle von missbräuchlicher Lachgas-Inhalation beraten. Diese Zahl stellt einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr dar, als noch 48 Beratungen registriert wurden. 2023 waren es lediglich 19 Anfragen gewesen, was bedeutet, dass die Zahlen 2024 mehr als doppelt so hoch lagen wie im Jahr zuvor.

Als Gründe für den aktuellen Rückgang nennt ein Experte des Zentrums unter anderem die verstärkte Berichterstattung über die Gefahren von Lachgas-Inhalation sowie politische Einschränkungen zum Konsum. Diese Maßnahmen scheinen erste Wirkung zu zeigen, doch die Lage bleibt angespannt.

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Gesamtzahl der Vergiftungsberatungen steigt deutlich

Während die Lachgas-spezifischen Beratungen zurückgingen, verzeichnete das Giftinformationszentrum Nord insgesamt einen signifikanten Anstieg der Anfragen. 2025 wurden rund 60.000 Mal Bürger, Ärzte oder Rettungskräfte beraten, im Vorjahr waren es noch 51.500 Beratungen gewesen. Dies unterstreicht die anhaltende Relevanz der Einrichtung im Kampf gegen Vergiftungen aller Art.

Das Zentrum warnt eindringlich vor dem Missbrauch des bisher legalen Rauschmittels Lachgas. In einigen Fällen kommt es zu bleibenden Schäden, beispielsweise Lähmungen der Arm- und Beinmuskulatur, betonen die Experten. Die Risiken sind somit keineswegs zu unterschätzen.

Vergiftungsursachen bei Kindern und Erwachsenen

Bei Kindern werden Vergiftungen laut dem Giftinformationszentrum Nord vor allem durch Haushaltschemikalien und Arzneimittel hervorgerufen. Aber auch der Verzehr von Pilzen, Beeren und Pflanzen führt zu besorgten Anrufen bei der Einrichtung. Diese vielfältigen Gefahrenquellen erfordern ständige Wachsamkeit seitens der Eltern und Betreuer.

Vergiftungen bei Erwachsenen stehen demgegenüber meist im Zusammenhang mit Medikamenten. Das GIZ-Nord an der Universitätsmedizin Göttingen ist für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig und bietet somit eine wichtige Anlaufstelle für die gesamte Region.

Gesetzliche Maßnahmen gegen Lachgas-Konsum

Gerade unter Minderjährigen ist Lachgas in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Partydroge avanciert. Das Gas wird für einen kurzen Rausch inhaliert, birgt jedoch erhebliche Gesundheitsrisiken. Seit dem 1. Januar 2025 ist der Verkauf von Lachgas an Minderjährige in Hamburg verboten, was einen ersten Schritt zur Eindämmung darstellt.

Auch bundesweit wurden gesetzliche Schranken beschlossen: Das deutschlandweite Verbot von Lachgas greift ab dem 12. April. Dies geht aus der Verkündung im Bundesgesetzblatt hervor. Untersagt werden dann Erwerb und Besitz für Minderjährige. Generell verboten werden der Online-Handel und der Kauf an Automaten, was die Verfügbarkeit deutlich einschränken soll.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Situation rund um Lachgas komplex ist. Während die spezifischen Beratungsanfragen zurückgehen, steigt die Gesamtzahl der Vergiftungsfälle. Die neuen gesetzlichen Regelungen könnten dazu beitragen, den Konsum weiter einzudämmen, doch die Warnungen der Experten bleiben aktuell und notwendig.

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