Leipzig prüft Sicherheitskonzept nach Amokfahrt mit zwei Toten
Leipzig prüft Sicherheitskonzept nach Amokfahrt

Nach der tödlichen Amokfahrt im Zentrum von Leipzig will die Stadt die Sicherheitsvorkehrungen in der Innenstadt überprüfen. Ein 33-jähriger Deutscher war am Montag mit seinem Auto in eine belebte Fußgängerzone gefahren und hatte dabei zwei Menschen getötet und mehrere verletzt. Die genaue Zahl der Verletzten ist noch unklar.

Stadt prüft Zufahrtsstelle

Stadtsprecher Matthias Hasberg erklärte gegenüber der dpa, dass man insbesondere die Zufahrtsstelle am Augustusplatz untersuchen werde, an der der Täter ungehindert in die Fußgängerzone einfahren konnte. Am westlichen Ende der Grimmaischen Straße hatte der Tatverdächtige gestoppt, wo Poller die Einfahrt blockierten. Am östlichen Eingang gab es jedoch keine solcher Hindernisse. Die Stadt wolle nun „das gesamte Sicherheitskonzept Innenstadt noch einmal auf den Prüfstand stellen“, so Hasberg.

Ermittlungen und Hintergründe

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen. Der 33-Jährige wurde noch am Tatort festgenommen und soll im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden. Nach SPIEGEL-Informationen war der Mann kürzlich in psychiatrischer Behandlung. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv aus. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sprach von einem mutmaßlichen Einzeltäter.

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Opfer und Betroffene

Bei der Tat wurden eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann getötet, drei Menschen erlitten schwere Verletzungen. Die Gesamtzahl der Verletzten ist weiterhin unklar, da viele Betroffene den Ort eigenständig verließen und sich in ärztliche Behandlung begaben. Insgesamt sollen rund 80 Menschen von den Ereignissen betroffen sein. Die Polizei und das Kriseninterventionsteam betreuten die ganze Nacht über Passanten am Tatort.

Gedenkveranstaltung mit Ministerpräsident Kretschmer

Für den späten Nachmittag ist eine Gedenkveranstaltung für die Opfer geplant, an der auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) teilnimmt. Um 17 Uhr findet eine ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche statt. Zudem stehen die Nikolaikirche und die Thomaskirche für Trauer, Gespräche, Seelsorge und zum Anzünden von Kerzen offen.

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