Am Abend des 1. Mai haben mehrere tausend Menschen an der traditionellen Demonstration „Revolutionärer 1. Mai“ in Berlin-Kreuzberg teilgenommen. Die Versammlung linker und linksextremer Gruppen startete am Oranienplatz. Eigentlich sollte der Zug um 18.00 Uhr beginnen, doch es gab Verzögerungen aufgrund eines großen Zustroms, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Route und Teilnehmer
Der Demonstrationszug sollte vom Oranienplatz in Kreuzberg zur Sonnenallee in Neukölln und zurück zum Südstern in Kreuzberg führen. Auf Transparenten und Plakaten waren zahlreiche politische Botschaften zu sehen, darunter Solidaritätsbekundungen mit Palästina, Kritik am Iran-Krieg, antikapitalistische Parolen und Ablehnung der Wehrpflicht. „Krieg dem Krieg“ und „Free Palestine“ waren häufig zu lesen. An der Spitze der Versammlung positionierten sich überwiegend schwarz gekleidete Menschen, viele mit roten Tüchern vermummt.
Stimmung und Sicherheitsmaßnahmen
Bereits tagsüber feierten Zehntausende auf den Straßen Kreuzbergs den Tag der Arbeit. Viele Straßen waren für den Autoverkehr gesperrt, mehrere U-Bahnhöfe wurden nicht angefahren. Die Polizei kündigte vor der Demonstration an, strikt gegen antisemitische Parolen oder Volksverhetzung vorzugehen. Anders als in den Vorjahren sollte die Demonstration weniger eng begleitet werden, da die vergangenen Jahre zunehmend gewaltfrei verliefen. Dennoch hielt die Polizei umfangreiche Einsatztechnik bereit: Drohnenabwehr, Hubschrauber für Übersichtsaufnahmen, Boote, Wasserwerfer im Hintergrund, Fahrradstaffeln, Spürhunde, Kommunikationsteams und Klettereinheiten zur Sicherung von Dächern. Auf Bitten der Polizei sperrten Verleihfirmen von E-Scootern die Gebiete um die kritische Demonstration für ihre Fahrzeuge. Ganze Straßenzüge wurden mit Zufahrtsschutz gegen Amokfahrer ausgestattet, bestehend aus schweren Bauteilen oder Polizeiwagen.



