Schicksalhafte Ereignisse in Neu Krenzlin
Seit dem vergangenen Sonntag hat sich das Leben von Rica Knörndel und ihrer Familie grundlegend verändert. Die 43-jährige Mutter verbringt viel Zeit im Krankenhaus bei ihrer zehnjährigen Tochter Maria, die bei einem Böllerunfall schwer verletzt wurde. Doch trotz der dramatischen Umstände zeigt sich: Maria ist eine wahre Heldin.
Ein Ausflug mit fatalen Folgen
Maria und ihr neunjähriger Freund Ben, ein aufgeweckter Nachbarsjunge, mit dem sie nicht nur die Schulbank drückt, sondern auch ihre Freizeit verbringt, unternahmen einen Ausflug zu einem Waldstück mit Teich. „In dem Waldstück gibt es auch einen Teich, ein kleines Biotop, mit Enten und Wildgänsen, und der hat sie magisch angezogen“, erzählt Rica Knörndel. Dort fanden die Kinder einen Böller, der explodierte und beide schwer verletzte.
Marias mutige Reaktion
Trotz ihrer eigenen Verletzungen – Brandverletzungen im Gesicht, an Händen und Armen sowie Sehbeeinträchtigungen – rannte Maria los, um Hilfe zu holen. Sie hielt einen Autofahrer an, der sofort Erste Hilfe bei Ben leistete. „Ich bin überzeugt, dass ihre Freundschaft das übersteht“, sagt ihre Mutter stolz.
Medizinische Versorgung und Genesung
Ben wurde mit einem Rettungshubschrauber in die Uniklinik nach Lübeck gebracht. Er verlor sein Augenlicht und musste sich beide Hände amputieren lassen. Maria kam ins Schweriner Krankenhaus, wo sie von der Intensivstation auf die normale Station verlegt wurde. „Es geht ihr besser, sie macht auch schon wieder Späße. Die Ärzte verlegten sie vor zwei Tagen, und ich habe sie gestern das erste Mal ohne Verbände gesehen“, berichtet Rica Knörndel. Maria erlitt Brandverletzungen an Stirn und Nase, die Narben hinterlassen werden. Ihre Ohren sind noch verbunden, aber sie kann hören. Die Sehkraft ist auf einem Auge um 20 Prozent beeinträchtigt, auf dem anderen möglicherweise mehr. Die Hämatome am Brustbereich gehen langsam zurück.
Spendenaktionen für die Kinder
Chris Hogrefe startete auf GoFundMe eine Spendenaktion für Ben, die bis zum 24. April über 30.000 Euro einbrachte. „Es ist schwer in Worte zu fassen, wie viel uns das bedeutet. Hinter jeder einzelnen Spende steckt ein Mensch, ein Gedanke, ein Moment der Unterstützung“, kommentierte der IT-Spezialist. Nun gibt es auch eine Spendenaktion für Maria, initiiert von ihrer großen Schwester. Rica Knörndel empfindet die Bitte um Spenden als unangenehm, möchte aber Marias langgehegten Wunsch erfüllen: ein neues Fahrrad. „Im Sommer planen wir mit der Familie einen Besuch des Heideparks. Das bringt alle auf neue Gedanken und hilft, Kraft zu schöpfen.“
Psychologische Unterstützung und Zukunft
Die Mutter hat Angst vor der Zeit nach dem Krankenhaus. „Die äußerlichen Wunden heilen, aber wie es in Maria innen aussieht, weiß niemand. Die Klinik betreut sie psychologisch, und diese Unterstützung wird sie sicher auch später benötigen, denn so ein Unglück lässt sich schwer verarbeiten“, glaubt sie.



