Ermittlungen nach tödlicher Messerattacke in Bad Kleinen stehen vor dem Abschluss
Drei Monate nach der grausamen Messerattacke in einem Döner-Imbiss in Bad Kleinen zeichnet sich das Ende der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ab. Der mutmaßliche Täter, ein 37-jähriger Deutscher, soll sich zum Zeitpunkt der Tat in einem Zustand der Schuldunfähigkeit befunden haben und befindet sich weiterhin in einer forensisch-psychiatrischen Klinik. Die entscheidende Tatwaffe, ein Messer, konnte jedoch bis heute nicht aufgefunden werden, wie die Schweriner Staatsanwaltschaft am Donnerstag, dem 12. Februar 2026, mitteilte.
Die tragischen Ereignisse vom 13. November 2025
Am Abend des 13. November 2025 wurde ein 31-jähriger Mitarbeiter des Döner-Imbisses an der Hauptstraße in Bad Kleinen erstochen. Der Imbiss hat mittlerweile wieder geöffnet, doch die Wunden der Tat sind in der Gemeinde noch immer frisch. Die Polizei nahm in Tatortnähe einen 37-Jährigen fest. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass dieser aufgrund einer psychischen Erkrankung während der Attacke schuldunfähig oder zumindest schuldfähigkeitsgemindert war.
Videoaufnahmen aus einer Überwachungskamera, die in die Öffentlichkeit gelangten, legen nahe, dass der Beschuldigte, nachdem ihm im Lokal geholfen worden war, sich ein Messer schnappte und ohne jede Vorwarnung auf den 31-jährigen türkischstämmigen Mann einstach. Die Tötung sorgte bundesweit für Entsetzen und intensive Medienberichterstattung.
Behörden schweigen zu Hintergründen und Vorbehandlungen
Die Behörden halten sich mit detaillierten Angaben zu dem Fall und der Person des mutmaßlichen Täters bedeckt. Auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Thomas de Jesus Fernandes teilte das Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern mit, die Landesregierung habe keine eigenen Erkenntnisse über mögliche psychische Erkrankungen, soziale Problemlagen oder vorherige Hilfekontakte des Mannes zu Einrichtungen des Sozial- oder Gesundheitswesens.
Die um Auskunft gebetene Landeshauptstadt Schwerin, der Landkreis Nordwestmecklenburg sowie die Helios Kliniken Schwerin und das Sana Hanse-Klinikum Wismar verweigerten unter Berufung auf den Datenschutz und die ärztliche Schweigepflicht jegliche Antwort. Auch der Landespolizei liegen nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse über eine möglicherweise widerrechtliche oder eigenmächtige Beendigung eines Klinikaufenthaltes durch den 37-Jährigen vor.
Zeugenaussagen und ungeklärte Fragen
Nach der Tat kursierten verschiedene Vermutungen und Zeugenaussagen. So soll sich der spätere Tatverdächtige möglicherweise vor der Attacke in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Zeugen berichteten zudem, dass der 37-Jährige selbst sowie zwei Mitarbeiter des Imbisses, darunter das spätere Opfer, vor dem Angriff um Hilfe für den Mann ersucht haben sollen. Diese Angaben konnten von offizieller Seite bisher weder bestätigt noch widerlegt werden.
Die Staatsanwaltschaft Schwerin betonte, dass die Ermittlungen zwar noch andauern, der Abschluss des staatsanwaltschaftlichen Verfahrens jedoch absehbar sei. Der Beschuldigte werde weiterhin verdächtigt, im Zustand der Schuldunfähigkeit einen anderen Menschen getötet zu haben. Die Suche nach der Tatwaffe blieb bislang erfolglos und stellt einen der wenigen offenen Punkte in den Ermittlungen dar.



