Berliner Zustände: Obdachlose besetzen Treppenhaus
In einem Plattenbau in Berlin-Kreuzberg eskalieren die Zustände. Immer wieder brechen Obdachlose nachts in das Gebäude in der Wassertorstraße 65 ein. Sie knacken Schlösser, nehmen Drogen und schlafen in den Fluren. Die Mieter sind verzweifelt und haben nun eine nächtliche Patrouille organisiert, um sich zu schützen.
Patricia, eine Mieterin, berichtet bei einem Rundgang: „Guck, da flitzt wieder eene!“ Die Situation sei unerträglich. „Die liegen im Treppenhaus und zwei Meter weiter verrichten sie ihre Notdurft“, klagt sie. Die Bewohner fühlen sich unsicher und belästigt. Die Polizei sei oft machtlos, da die Obdachlosen meist nur kurzzeitig vertrieben werden.
Mieter organisieren Selbsthilfe
Aus Verzweiflung haben die Mieter eine Initiative gestartet. Sie laufen nun in Schichten Patrouille, um die Eindringlinge fernzuhalten. „Wir müssen etwas tun, sonst können wir hier nicht mehr wohnen“, sagt ein weiterer Anwohner. Die Aktion zeigt erste Erfolge, doch die Mieter fordern langfristige Lösungen von der Stadt.
Die Berliner Sozialverwaltung ist informiert, aber konkrete Maßnahmen stehen noch aus. Obdachlosenhilfe-Organisationen kritisieren die Aktion der Mieter. „Die Probleme der Obdachlosen werden nicht gelöst, indem man sie vertreibt“, sagt ein Sprecher. Er fordert mehr bezahlbaren Wohnraum und Hilfsangebote.
Der Fall zeigt die wachsende Spannung zwischen Mietern und Obdachlosen in Berlin. Während die einen um ihre Sicherheit fürchten, kämpfen die anderen ums Überleben. Eine einfache Lösung ist nicht in Sicht.



