Missbrauchsskandal in Bremerhavener Tanzschule: Gericht hält Urteilsbegründung unter Verschluss
Das Bremer Landgericht hat bestätigt, dass die Urteilsbegründung im Prozess gegen einen Tanztrainer aus Bremerhaven, der vier Jungen schwer sexuell missbraucht haben soll, unter Ausschluss der Öffentlichkeit bleibt. Lediglich die Strafhöhe wird am morgigen Dienstag öffentlich bekanntgegeben. Dieser Schritt dient laut der Vorsitzenden Richterin dem Opferschutz, da die Betroffenen zum Tatzeitpunkt noch Kinder waren und der Beschuldigte zu Beginn der Taten selbst minderjährig war.
Details zum Fall und Verfahren
Der Angeklagte soll zwischen 2009 und 2022 als Tanztrainer in einer Tanzschule in Bremerhaven vier Minderjährige missbraucht haben. Die Verhandlungen sind seit Prozessbeginn im Dezember 2025 nicht öffentlich, um die Privatsphäre der Opfer zu wahren. Die besondere Aufmerksamkeit für diesen Fall ergab sich durch eines der Geschädigten: den Tänzer und Tiktok-Star Avemoves. Der gebürtige Bremerhavener hatte im April 2025 erstmals in einem Youtube-Clip über die Übergriffe berichtet und so den Fall ins Rollen gebracht.
Die Entscheidung des Gerichts stützt sich auf mehrere Faktoren:
- Die Opfer waren zum Zeitpunkt der Taten noch Kinder, was eine besondere Sensibilität erfordert.
- Der Beschuldigte war zu Beginn der mutmaßlichen Taten selbst nicht volljährig, was die rechtliche Bewertung komplex gestaltet.
- Die nicht-öffentliche Verhandlung soll weitere Traumatisierungen der Betroffenen verhindern.
Die Öffentlichkeit bleibt somit von wesentlichen Teilen des Verfahrens ausgeschlossen, was in solchen Fällen zwar ungewöhnlich, aber unter bestimmten Umständen zulässig ist. Das Gericht betont, dass dies im Interesse der Gerechtigkeit und des Schutzes der Schwächsten geschieht.



