Dramatische Rettung in München: 17-Jährige wird aus eiskalter Isar gezogen
Eine dramatische Hilfsaktion hat sich am Samstagabend im Münchner Stadtteil Oberföhring abgespielt. Eine 17-jährige Frau trieb hilflos in der Isar und wurde immer weiter auf eine gefährliche Stelle im Fluss zugetrieben. Wie die Rettung in letzter Sekunde gelang, schildern die Einsatzkräfte.
Passantin alarmiert sofort den Rettungsdienst
Gegen 18 Uhr beobachtete eine aufmerksame Passantin, wie eine junge Frau in der Isar trieb. Die Zeugin verständigte umgehend den Rettungsdienst und gab durch, dass die Jugendliche auf Höhe der Opitzstraße in Oberföhring im Wasser war und um Hilfe rief. Sie lief die Heinrich-Mann-Allee entlang und blieb dabei stets auf Höhe der Frau im Fluss, wobei sie per Handy die jeweils aktuelle Position an die Einsatzkräfte durchgab.
Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz
Ein umfangreicher Rettungseinsatz wurde sofort eingeleitet. Neben einem Polizeihubschrauber wurden die Hubschraubertaucheinheit der Berufsfeuerwehr, die Wasserrettung und weitere Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr München alarmiert. Bereits fünf Minuten nach der Alarmierung traf der Notarzt der Berufsfeuerwehr am Unglücksort ein. Passanten unterstützten die Helfer, indem sie diese mit Taschenlampen an die richtige Stelle am Ufer lotsten.
Ersthelfer muss Rettungsversuch abbrechen
Ein Notfallsanitäter erkannte den Ernst der Lage, legte seine Schutzkleidung ab und sprang ins Wasser. Aufgrund der starken Strömung und der schlechten Sichtverhältnisse in der Dämmerung musste der Beamte den Rettungsversuch jedoch abbrechen. Die Situation spitzte sich weiter zu, da die 17-Jährige durch die Strömung immer wieder unter Wasser gezogen wurde.
Strömungsretter greift in letzter Sekunde ein
Ein Strömungsretter der Feuerwehr hatte noch während der Fahrt zur Isar vorsorglich seinen Neoprenanzug angelegt. Er sprang mit Schutzweste und Helm in das eiskalte Wasser. Die übrigen Einsatzkräfte lotsten ihn zu der Frau im Fluss. Kurz bevor die Strömung unweit des Föhringer Stauwehrs eine Rettung mit Muskelkraft unmöglich gemacht hätte, gelang es dem Wasserretter, die junge Frau zu fassen. Mit Unterstützung der anderen Helfenden konnte er sie an Land ziehen.
Gerettete Frau in Klinik gebracht
Die 17-Jährige war sichtlich unter Schock, aber bei Bewusstsein. Sie wurde stark unterkühlt in Begleitung des Notarztes mit einem Rettungswagen in eine Münchner Klinik gebracht. Wie und wo die Jugendliche ins Wasser geraten war, ist der Feuerwehr nicht bekannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ein Polizeisprecher teilte am Montagnachmittag mit, dass ein Unfall oder ein freiwilliges Bad in der Isar ausgeschlossen werden können.
Die schnelle Reaktion der Passantin und das koordinierte Vorgehen der Rettungskräfte verhinderten an diesem Samstagabend in Oberföhring eine Tragödie. Die genauen Umstände des Vorfalls werden nun von den Ermittlungsbehörden geklärt.



