In Berlin haben am Vatertag mehrere Hundert Männer statt mit Bier und Bollerwagen auf der Straße protestiert – gegen Gewalt an Frauen. Die Demonstration unter dem Motto „Männer gegen Gewalt an Frauen“ fand erstmals statt und soll ein klares Zeichen setzen.
Warum dieser Protest?
Viele Teilnehmer betonten, dass Gewalt gegen Frauen kein Frauen-, sondern ein Männerproblem sei. „Wir sind diejenigen, die sich mit unseren Gefühlen und Emotionen auseinandersetzen müssen, um das zu verhindern“, sagte ein Demonstrant. Ein anderer ergänzte: „Jeder Mann, der nicht auf die Straße geht und klar Kante bezieht, ist Teil des Problems.“
Auch Frauen unterstützen die Aktion
Die Demo wurde vor allem von Männern organisiert, aber auch Frauen waren willkommen. Eine Teilnehmerin erklärte: „Das ist das erste Mal, dass ich mitbekomme, dass Männer aktiv etwas organisieren. Wenn die Männer ihr Verhalten nicht ändern, wird sich nichts ändern.“ Sie wünscht sich, dass mehr Männer von sich aus auf Frauen zugehen und sie zu solchen Aktionen einladen.
Comedian Aurel Mertz appelliert an Privilegien
Comedian Aurel Mertz, der ebenfalls an der Demo teilnahm, sagte: „In dem Moment, wenn wir uns an solchen Tagen bewusst machen, was unser Privileg ist, machen wir zumindest einen kleinen Schritt nach vorne und holen uns gegenseitig ab.“ Er betonte die Bedeutung solcher Aktionen, um Bewusstsein zu schaffen.
Kritik an mangelnder Beteiligung
Einige Teilnehmer kritisierten, dass normalerweise weniger Männer auf solchen Demos zu sehen seien. Ein Mann meinte: „Weil sie es nicht sehen wollen. Oft fehlt auch das Wissen darüber. Und wer an Machtstrukturen gewinnt, wird wenig dafür tun, sie abzureißen.“ Die Organisatoren hoffen, dass der Protest am Vatertag eine Tradition wird und mehr Männer zum Umdenken bewegt.



