Fast 20 Monate nach Mord am Bodensee: Zwei Männer wegen Tötung von Wirtin Esme festgenommen
Fast schien es, als würde der Mord an der beliebten Wirtin Esme E. (70) am Bodensee niemals aufgeklärt werden. Doch nun, fast 20 Monate nach der Bluttat, meldet die Sonderkommission „Café“ einen entscheidenden Durchbruch. Ermittler haben in Niedersachsen und Bayern zwei Verdächtige festgenommen, die der Tötung der Gastronomin dringend verdächtigt werden.
Die tragische Tat im Juli 2024
In der Nacht zum 21. Juli 2024 verließ Esme E. ihr Café „Seegarten“ in Kressbronn am Bodensee. Die 70-Jährige machte sich auf den nur 1,2 Kilometer langen Weg zu ihrer Wohnung im bayerischen Nonnenhorn. Auf diesem kurzen Heimweg muss sie ihren Mördern begegnet sein. Ein Zeuge entdeckte wenig später ihre Leiche an einem Bootshaus direkt am Ufer des Bodensees.
Das Mordopfer war in der Region äußerst beliebt. In Kressbronn, einer Gemeinde mit etwa 8700 Einwohnern, kannte praktisch jeder die Wirtin mit ihrem ansteckenden Lachen. Nach der Tat legten Anwohner und Gäste am Lokal der Getöteten Blumen und Kerzen nieder.
Festnahmen nach monatelangen Ermittlungen
Wie die Ermittler jetzt mitteilten, nahmen bayerische Beamte in Zusammenarbeit mit der Polizei Salzgitter einen 53-jährigen Beschuldigten fest. Bereits am 10. März 2026 hatte sich ein 30-Jähriger bei der Kriminalpolizei Lindau in Bayern freiwillig gestellt. Beide Männer sind rumänische Staatsbürger.
Schon im Februar 2026 hatte ein Ermittlungsrichter in Kempten Haftbefehle wegen dringenden Mordverdachts gegen die beiden Männer erlassen. Grundlage waren Spuren, die nach dem Verbrechen gesichtet und akribisch ausgewertet worden waren. Nach ihrer Festnahme kamen beide in Untersuchungshaft.
Motive und Ermittlungsarbeit
Laut Ermittlungserkenntnissen sollen die beiden Verdächtigen Esme E. getötet haben, um die Tageseinnahmen ihres Cafés in vierstelliger Höhe zu rauben. Die Sonderkommission „Café“ mit mehr als 20 Beamten war nach dem Fund der Leiche eingerichtet worden und hatte monatelang in der Region rund um Nonnenhorn in Bayern und Kressbronn in Baden-Württemberg ermittelt.
Die beiden festgenommenen Männer sollen zur Tatzeit in Kressbronn und Nonnenhorn unterwegs gewesen sein, insbesondere in der Uferstraße. Sie tragen markante Tattoos an den Armen. Nach bisherigen Erkenntnissen könnten sie einen Kastenwagen mit deutscher Zulassung oder einen Audi mit Ausfuhrkennzeichen gefahren haben.
Suche nach weiteren Zeugen
Die Kriminalpolizei schließt nicht aus, dass noch weitere Personen bei den beiden Verdächtigen gewesen sein könnten. Die Ermittler hoffen nun auf weitere Zeugenaussagen, die zur vollständigen Aufklärung des Falls beitragen könnten.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Kempten unter der Telefonnummer 0831 9909-0 entgegen. Die Ermittlungen zu diesem tragischen Fall, der die Bodenseeregion seit fast zwei Jahren beschäftigt, werden intensiv fortgesetzt.



