Mordfall Wattenmeer: Neue heiße Spur nach Sendung Aktenzeichen XY
Ein mysteriöser Todesfall im Wattenmeer beschäftigt weiterhin die Ermittler. Nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ am Mittwochabend haben sich zahlreiche Zeugen gemeldet, die neue Hinweise liefern könnten. Rund 50 Meldungen gingen bei der Polizei ein, darunter eine erste heiße Spur, die aus dem direkten Umfeld des Opfers stammt.
Die tragischen Umstände des Falls
Frank Procopius (60), Chef des Hamburger Speedboot-Unternehmens „RIB Piraten“, verschwand am 29. April 2024, als er eines seiner Schlauchboote auf der Elbe einfahren wollte. Seine Lebensgefährtin alarmierte die Wasserschutzpolizei in Cuxhaven, nachdem sie ihn nicht mehr orten konnte. Wenig später wurde sein Boot führerlos auf der Nordsee entdeckt, seine Leiche erst Wochen später auf einer Sandbank im Wattenmeer bei Süderoogsand gefunden.
Grausame Details und Ermittlungserkenntnisse
Die bei „Aktenzeichen XY“ vorgestellten Erkenntnisse sind dramatisch: Dem 60-Jährigen war ein Kabelbinder eng um den Hals geschnürt, seine Rettungsweste war ausgelöst, aber zerstört, und die Luftkammer schien mit einem Messer aufgeschlitzt. Zudem wurden Metall-Schäkel, möglicherweise für schwere Lasten, an ihm befestigt gefunden. Ein Unfall oder Suizid wird von der Staatsanwaltschaft nahezu ausgeschlossen, alles deutet auf einen Mord hin.
Drogen-These und mögliche Motive
Ein düsteres Szenario rückt in den Fokus: War Procopius in Drogengeschäfte verwickelt? In dem Areal der Nordsee, wo sein Boot gefunden wurde, platziert die südamerikanische Drogenmafia laut Kripo regelmäßig schwimmende Kokain-Pakete. Navigationsdaten zeigen, dass sein Boot kurz vor dem Verschwinden ein Manöver fuhr, das typisch ist, wenn etwas aus dem Meer gefischt werden soll.
Aktuelle Entwicklungen und Ermittlungen
Die Mordkommission Flensburg ermittelt weiter, konkrete Verdächtige gibt es bislang nicht. Nach der Sendung wurden rund 40 Fotos und Videos an die Polizei übermittelt, die nun geprüft werden. Ein Zeuge aus dem Umfeld des Toten soll „sehr konkrete Angaben“ gemacht haben, und ein Vernehmungstermin wurde bereits angesetzt. Für entscheidende Hinweise hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 7000 Euro ausgesetzt.



