Mordprozess in Saarbrücken: Angeklagter gesteht tödlichen Schuss auf Polizisten in Völklingen
Im Landgericht Saarbrücken hat der Prozess um den Mord an einem Polizeioberkommissar in Völklingen begonnen, wobei der 19-jährige Angeklagte die Tat am ersten Verhandlungstag gestand. Der Fall, der im August 2025 stattfand, hat bundesweit für Entsetzen gesorgt und wird nun vor der Jugendkammer verhandelt, da der Angeklagte als Heranwachsender gilt.
Details der Gewalttat und Anklage
Der 34-jährige Polizeioberkommissar wurde während eines Raubüberfalls auf eine Tankstelle in Völklingen erschossen. Laut Anklage schoss der Angeklagte mit einer Dienstwaffe, die er einem Kollegen des Opfers entriss, sechs Mal auf den Polizisten, wobei Schussverletzungen am Kopf und Rumpf festgestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord, versuchten Mord und besonders schweren Raub vor und spricht von einem absoluten Vernichtungswillen, da er auch auf den am Boden liegenden, wehrlosen Beamten gezielt schoss.
Verteidigung und psychische Hintergründe
Die Verteidigung argumentiert, dass der Angeklagte in der Situation Angst um sein Leben hatte und unter psychischen Erkrankungen leidet. Es gibt Hinweise auf Schizophrenie sowie eine kombinierte Persönlichkeits- und Angststörung. Der Angeklagte selbst berichtete von wiederkehrenden schlechten Gedanken seit der Grundschule und einer langjährigen Behandlung mit Medikamenten.
Reaktionen und Prozessverlauf
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zeigte sich bestürzt über die brutale Gewalttat, während die Gewerkschaft der Polizei um den getöteten Kollegen trauerte. Der Prozess umfasst zwölf Termine bis zum 14. April 2026 und findet vor dem Hintergrund einer bundesweiten Spendenkampagne für die Familie des Opfers statt.



