Mordprozess in München: Enkel gesteht Tötung seiner Großmutter in Schwabing
Mordprozess: Enkel gesteht Tötung seiner Großmutter in Schwabing

Mordprozess in München: Enkel gesteht Tötung seiner Großmutter in Schwabing

Vor dem Landgericht München I hat der Prozess gegen einen 24-jährigen Mann begonnen, der beschuldigt wird, seine Großmutter in ihrer Schwabinger Wohnung ermordet zu haben. Der Angeklagte, Paul D. (Name geändert), gibt die Tötung zu, bestreitet jedoch die Mordabsicht und beschreibt die Tat als Affekthandlung.

Die Anklage und mögliche Strafe

Laut Anklage hat Paul D. seine 76-jährige Großmutter am 17. März 2025 heimtückisch und aus Habgier getötet. Die Vorsitzende Richterin Elisabeth Ehrl wies zu Prozessbeginn darauf hin, dass eine besondere schwere Schuld festgestellt werden könnte, was die Entlassung des Angeklagten erschweren würde. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus, mit dem Motiv, dass die Großmutter ihm gedroht habe, ihre finanzielle Unterstützung einzustellen und seinen Zweitschlüssel zurückzufordern.

Komplizierte Beziehung und Tathergang

Die Beziehung zwischen Oma und Enkel war laut Ermittlungen komplex. Einerseits half die Großmutter ihm nach der Trennung seiner Eltern finanziell, andererseits soll sie ihn oft gedemütigt und als Versager beschimpft haben. Paul D. schildert die Tat als Eskalation im Streit: Sie habe ihm im Konflikt um etwas Obst eine Ohrfeige gegeben, woraufhin er die Kontrolle verloren und sie zu Tode gewürgt habe. Anschließend versuchte er, den Tod wie einen Selbstmord aussehen zu lassen, indem er die Leiche in die Badewanne legte und ihre Unterarme aufschlitzte.

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Reue und Fluchtversuch

Im Gerichtssaal zeigte sich Paul D. mit einer Kapuze über dem Kopf und verdeckte sein Gesicht mit einem roten Aktendeckel. Er spielte nervös mit den Händen und wippte mit den Beinen. Zu Beginn der Verhandlung äußerte er Reue: „Das ist unentschuldbar“. Nach der Tat nutzte er ihre Bankkarten, um an ihr Schließfach mit 69.000 Euro, Schmuck und 20.000 US-Dollar zu gelangen, scheiterte jedoch. Er floh nach London, kehrte aber nach wenigen Tagen zurück und wurde festgenommen.

Verlauf des Prozessauftakts

Der Prozessauftakt verlief schleppend. Die Strafverteidiger Johannes Makepeace und Andreas Remiger wollten ihren Mandanten zwischen sich platzieren, was die Kammer aus Sicherheitsgründen ablehnte. Daraufhin stellten sie einen Befangenheitsantrag, über den später entschieden wird. Die Putzfrau der Großmutter hatte die Leiche in der Wohnung gefunden, und die Ermittler kamen dem Enkel schnell auf die Spur.

Der Fall wirft Fragen zu familiären Konflikten und strafrechtlichen Konsequenzen auf. Die Verhandlung wird voraussichtlich weitere Details zu den Motiven und Umständen der Tat beleuchten.

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