Nach 42 Jahren: Mordprozess gegen Italiener wegen Psychologie-Professors
Nach mehr als vier Jahrzehnten beginnt am Düsseldorfer Landgericht ein außergewöhnlicher Mordprozess. Ein 62-jähriger Mann aus Italien muss sich für den Mord an einem Psychologie-Professor verantworten, der sich im April 1984 ereignet hat. Die Ermittlungen in diesem sogenannten Cold Case wurden durch einen entscheidenden DNA-Treffer wieder aufgenommen, der die Behörden schließlich nach Italien führte.
Der historische Fall und die Ermittlungen
Im Juni 1984 wurde die Leiche des Professors in seinem Wohnhaus in Hilden bei Düsseldorf entdeckt. Die Obduktion ergab, dass das Opfer 24 Messerstiche erlitten hatte. Die Spurenanalyse deutete auf einen heimtückischen Angriff von hinten hin, was die Staatsanwaltschaft nun als Mordanklage formuliert hat. Interessanterweise fanden die Ermittler damals weder eingeschlagene Fenster noch aufgebrochene Türen, was darauf hindeutet, dass der Professor seinen Mörder möglicherweise kannte und freiwillig ins Haus gelassen hat.
Weitere Indizien unterstützen diese Theorie: In der Wohnung wurden Reste einer gemeinsamen Mahlzeit sowie leere Flaschen sichergestellt. Der verwitwete und alleinerziehende Vater hatte seine drei Kinder zu dieser Zeit bei Verwandten in den Osterferien untergebracht, was den Täter wahrscheinlich ein ungestörtes Vorgehen ermöglichte.
Die Aufklärung nach Jahrzehnten
Die Wende in dem jahrzehntealten Fall kam durch moderne forensische Methoden. Ein DNA-Abgleich, der im Rahmen einer Überprüfung alter Beweismittel durchgeführt wurde, führte die Ermittler auf die Spur des nun Angeklagten. Der 62-Jährige, der zum Tatzeitpunkt 21 Jahre alt war, wurde daraufhin aus Italien an die deutschen Behörden ausgeliefert.
Das Düsseldorfer Landgericht hat für diesen komplexen Prozess zehn Verhandlungstage angesetzt, beginnend am 24. Februar. Die Anklage wirft dem Mann heimtückischen Mord vor, basierend auf den rekonstruierten Umständen der Tat. Ein Kollege des Professors hatte die Leiche entdeckt, nachdem er sich über das tagelange Verschwinden des Wissenschaftlers Sorgen gemacht und das Haus über eine offene Terrassentür betreten hatte.
Dieser Fall unterstreicht die Bedeutung von Cold-Case-Ermittlungen und die fortlaufenden Bemühungen der Justiz, auch Jahrzehnte alte Verbrechen aufzuklären. Die genauen Motive und Hintergründe der Tat werden nun im Gerichtssaal verhandelt.



