Mordprozess um getöteten Achtjährigen Fabian beginnt in Rostock
Mordprozess um Fabian: Angeklagte schweigt

Der gewaltsame Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow sorgte für Trauer und Fassungslosigkeit. Sechseinhalb Monate nach der Tat beginnt nun vor dem Landgericht Rostock der Mordprozess gegen eine 30 Jahre alte Frau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 an einem Teich in Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet zu haben. Die Angeklagte hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, und es ist unklar, ob sie im Prozess aussagen wird.

Umfangreiches Verfahren mit vielen Zeugen

Der Prozess ist auf 17 Verhandlungstage angesetzt, mit mehr als 60 Zeugen und zahlreichen Gutachten. Am ersten Prozesstag wird die Anklage verlesen, jedoch werden noch keine Zeugen gehört. Die Verteidiger der Angeklagten könnten ein Eingangsstatement abgeben. Das öffentliche Interesse ist groß: Im Saal 2.002 sind allein 50 Plätze für Medienvertreter reserviert. Die Mutter des Opfers ist als Nebenklägerin beteiligt.

Die Tat und ihre Umstände

Fabian war am 10. Oktober 2025 verschwunden. Er war wegen Unwohlseins zu Hause geblieben, während seine Mutter arbeitete. Als sie zurückkam, war ihr Sohn weg. Eine großangelegte Suche mit Spürhunden, Booten und einem Hubschrauber blieb zunächst erfolglos. Erst am 14. Oktober entdeckte eine Spaziergängerin die Leiche des Jungen in einem Waldstück nahe Klein Upahl. Die Obduktion ergab, dass das Kind gewaltsam getötet wurde. Der Leichnam war mit Brandbeschleuniger angezündet worden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ermittlungen und Festnahme

Die Ermittler gingen rund 1.000 Spuren nach. Nach dem Fund der Leiche richtete die Kriminalpolizeiinspektion Rostock eine Mordkommission ein. Der Fall wurde in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ vorgestellt, woraufhin mehr als 30 Hinweise eingingen. Am 6. November durchsuchte die Polizei mit rund 120 Kräften mehrere Objekte in Reimershagen und Rum Kogel und nahm die Frau unter dringendem Tatverdacht fest. Sie sitzt seit dem 7. November in Untersuchungshaft. Ihr Verteidiger versuchte vergeblich, ihre Freilassung zu erreichen, mit dem Hinweis, es gebe keine „handfesten Beweise“ und die Tatwaffe sei nicht gefunden worden.

Der Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rostock soll bis zum 2. Juli dauern. Die Angeklagte ist wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen angeklagt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration