Der Erinnerungsort „Stasi-Haftanstalt“ in der Töpferstraße in Neustrelitz startet am Samstag, dem 2. Mai, in die neue Saison. Gezeigt wird die multimediale Sonderausstellung „Lebenslänglich Heimkind – Umerziehung im Durchgangsheim Bad Freienwalde“. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Förderverein für demokratische Medienkultur und dem Kindergefängnis Bad Freienwalde.
Einblicke in das verdrängte Leid der Heimkinder
Die Ausstellung beleuchtet die Bedingungen im ehemaligen Durchgangsheim Bad Freienwalde auf 12 Tafeln und 14 Videostationen. Ehemalige Insassen bezeichnen die Einrichtung als „Kindergefängnis“. Die DDR-Jugendhilfe setzte dort ideologisch geprägte Umerziehungsmaßnahmen ein. Kollektiverziehung, Gruppenbestrafungen und Gewalt führten bei vielen Betroffenen zu bis heute anhaltenden körperlichen und seelischen Folgen.
Öffnungszeiten und Zeitzeugenführung
Der Erinnerungsort hat ab Mai neue Öffnungszeiten. Besucher können die Sonderausstellung jeden Donnerstag von 16 bis 19 Uhr besichtigen. Um 17 Uhr findet eine Zeitzeugenführung mit Dietrich Conrad statt. Zusätzlich ist der Erinnerungsort samstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung bietet eine seltene Gelegenheit, sich mit einem lange verdrängten Kapitel der DDR-Geschichte auseinanderzusetzen.



