Im Landgericht Braunschweig wird am Mittwoch das Urteil im Prozess um einen mutmaßlichen Mordversuch mit hochkonzentrierter Ameisensäure erwartet. Die 27-jährige Angeklagte aus Niedersachsen soll versucht haben, ihren Ehemann mit der Säure zu töten. Der Mann überlebte den Angriff, erblindete jedoch.
Vorwürfe der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft der Frau vor, sie habe in der Trennungsphase versucht, ihren Mann zu töten, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu gelangen. Die Tat soll sich 2025 im Keller ihres Hauses im Landkreis Wolfenbüttel ereignet haben. Die Angeklagte soll dem wehrlosen Opfer von hinten die Ameisensäure über den Kopf und das Gesicht geschüttet haben.
Verteidigung und Forderungen
Zum Prozessauftakt wies die Angeklagte die Vorwürfe zurück und bestritt einen Tötungsplan. Die Staatsanwaltschaft plädierte nach der Beweisaufnahme auf lebenslange Freiheitsstrafe. Die Nebenklage, die das Opfer vertritt, forderte die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld sowie ein Schmerzensgeld in Höhe von 250.000 Euro. Die Verteidigung hingegen beantragte einen Freispruch. Bis zur Urteilsverkündung gilt die Unschuldsvermutung.
Das Gericht wird nun entscheiden, ob die Angeklagte schuldig ist und welche Strafe angemessen erscheint. Der Fall hat aufgrund der besonderen Grausamkeit und der schwerwiegenden Folgen für das Opfer große Aufmerksamkeit erregt.



