Bundesanwaltschaft nimmt mutmaßlichen Kreml-Spion fest: Ukrainer in Deutschland ausgespäht
Die Bundesanwaltschaft hat erneut einen mutmaßlichen Spion Russlands in Deutschland festnehmen lassen. Nach Informationen des SPIEGEL wurde Haftbefehl gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Vitalii M. erwirkt, der am vergangenen Freitag in Hagen vorläufig festgenommen worden ist. Der Mann soll im Auftrag eines russischen Geheimdienstes spätestens seit November 2025 Informationen über einen sich in Deutschland aufhaltenden Ukrainer gesammelt haben.
Zielperson war ehemaliger Angehöriger des ukrainischen Militärgeheimdienstes
Bei dem Opfer handelt es sich laut Ermittlungen um einen ehemaligen Angehörigen des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR. Seit dem Jahr 2023 hält sich der Mann als Kriegsflüchtling in Deutschland auf und hatte sich nach Beginn des russischen Angriffskrieges an Kampfhandlungen für die ukrainischen Streitkräfte beteiligt. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Ausspähaktion vermutlich auch der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson in Deutschland gedient hat, wobei ein möglicher Anschlag nicht ausgeschlossen wird.
Ähnlicher Fall in Hessen bereits bekannt
Bereits im vergangenen Jahr hatte es einen ähnlichen Vorfall in Hessen gegeben, bei dem drei Männer verdächtigt wurden, für den Kreml einen Ex-Ukrainekämpfer in Deutschland ausgespäht zu haben – möglicherweise mit der Absicht, ihn zu töten. Dieser Fall unterstreicht die anhaltenden Spionageaktivitäten russischer Geheimdienste auf deutschem Boden.
Zweite Festnahme innerhalb weniger Tage
Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesanwaltschaft zwei weitere mutmaßliche Spione Moskaus festnehmen lassen. Diese sollen im Auftrag Russlands einen deutschen Unternehmer ausgespäht haben, der militärisch nutzbare Drohnen und Bauteile für Drohnen in die Ukraine liefert. Bei den Verdächtigen handelt es sich um eine 45-jährige Rumänin sowie einen 43-jährigen Mann aus der ostukrainischen Region Charkiw. Die Ermittler vermuten, dass diese Spähaktionen der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen dienten, möglicherweise bis hin zu physischen Angriffen oder einem Mordanschlag auf den Drohnenlieferanten.
Die wiederholten Festnahmen zeigen die intensive Arbeit der deutschen Sicherheitsbehörden, um russische Spionagenetzwerke in Deutschland zu zerschlagen und potenzielle Gefahren für Personen mit Verbindungen zur Ukraine abzuwenden. Die Bundesanwaltschaft betont die Ernsthaftigkeit der Bedrohungslage und setzt ihre Ermittlungen fort.



