Tränen am Grab: Mutter von getötetem Fabian (8) hofft auf Gerechtigkeit im Mordprozess
Für Dorina L. ist der Friedhof in Güstrow zu einem Ort der Kraft geworden. Täglich besucht sie das Grab ihres achtjährigen Sohnes Fabian, der im Oktober 2025 gewaltsam zu Tode kam. Hier spricht sie mit ihm, sucht Trost und hofft auf Antworten. "Ich habe immer so ein Gefühl, als wenn er mich umarmt", sagt die Mutter. "Er hat so gerne gekuschelt und ich hab jedes Mal das Gefühl, als wenn er mich hier wieder umarmt."
Anklage wegen heimtückischen Mordes erhoben
Knapp fünf Monate nach der Tat hat die Staatsanwaltschaft Rostock nun Anklage wegen heimtückischen Mordes gegen die Tatverdächtige erhoben. Für Dorina L. und ihre Angehörigen bedeutet dies zwar Hoffnung auf Klarheit, aber auch den Beginn einer neuen, emotional belastenden Phase. Die lange Zeit der Ungewissheit war unglaublich belastend, berichtet ein Freund der Familie. "Umso erleichterter sind wir, dass das Warten jetzt endlich ein Ende hat."
Die Familie hofft, dass die Ermittlungsbehörden zu einem klaren Ergebnis gekommen sind und bestätigen können, dass es nur eine Täterin gibt. "Dann kann Dorina sich mental auf den kommenden Prozess vorbereiten", so der Freund. Gleichzeitig ist allen bewusst, dass die kommende Zeit nervenaufreibend und kräftezehrend werden wird.
Schlaflose Nächte und der Wunsch nach Respekt
Dorina L. leidet aktuell besonders unter der Situation. "Sie schläft unwahrscheinlich schlecht, träumt ganz oft davon", beschreibt der Freund ihren Zustand. Neben der Hoffnung auf Aufklärung hat die Familie einen weiteren dringenden Wunsch: Ein Ende der Spekulationen im Internet.
"Dorina hat bereits unvorstellbar viel durchmachen müssen", betont der Freund. "Falschinformationen und Gerüchte im Netz machen alles nur noch schwerer und verletzen zusätzlich. Ich bitte einfach um Respekt und Zurückhaltung, bis die Wahrheit vor Gericht geklärt worden ist."
Prozessbeginn noch unklar
Wann genau der Prozess vor dem Landgericht Rostock beginnen wird, steht noch nicht fest. Für Fabians Mutter bleibt derzeit vor allem die Hoffnung auf Wahrheit – und auf Gerechtigkeit für ihren Sohn. "Ich sage dann immer nur: Es wird hoffentlich die gerechte Strafe geben", erklärt Dorina L. "Aber mehr versuche ich, ihm nicht zu sagen."
Der Mordfall des achtjährigen Fabian hatte im Herbst 2025 das ganze Land erschüttert. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf den kommenden Prozess, der nicht nur rechtliche Klarheit bringen, sondern auch einer trauernden Mutter helfen soll, mit ihrem unermesslichen Verlust umzugehen.



