Dynamo Dresdens unnötige Niederlage in Paderborn löst Wutausbruch von Trainer Stamm aus
Die 1:2-Pleite von Dynamo Dresden beim SC Paderborn in der 2. Bundesliga war nach Ansicht von Trainer Thomas Stamm völlig unnötig und ärgerlich. Der 43-jährige Schweizer zeigte seine Frustration nicht nur nach dem Abpfiff, sondern bereits während der Partie mit einem spektakulären Wutausbruch.
Stamms Wutanfall nach verpasster 100-Prozent-Chance
Mitte der zweiten Halbzeit rastete Stamm richtig aus, schrie vor Wut und trat mit voller Wucht gegen die Wechselbank. Der Auslöser: Unmittelbar zuvor hatte der eingewechselte Christoph Daferner nach einem Top-Zuspiel von Niklas Hauptmann eine hundertprozentige Torchance zum wahrscheinlich vorentscheidenden 2:0 vergeben. „Da muss der Frust richtig tief gesessen haben“, kommentierten Beobachter die Szene.
Nach dem Spiel bei Magenta Sport erklärte Stamm: „Ich ärgere mich nicht wegen der nicht verwerteten Torchance“, wollte den eigentlichen Grund für seine Wut aber nicht nennen: „Das bleibt in der Kabine.“ Dennoch legte er den Finger deutlich in die Wunde: „Wir müssen schon 2:0 oder 3:0 in Führung gehen, bevor Paderborn überhaupt gefährlich wird.“
Starke erste Halbzeit mit ungenutztem Potenzial
Dynamo Dresden hatte tatsächlich mehr als nur das eine Tor von Vincent Vermeij in der ersten Halbzeit verdient. Das Team zeigte eine bockstarke Leistung und dominierte das Spielgeschehen. „Nach starker erster Halbzeit samt Führung durch Vincent Vermeij verpasste es Dynamo, nachzulegen“, analysierten Experten.
Stamm ergänzte: „Und auch nach der Pause haben wir drei richtig gute Umschaltmomente, da kannst du den Deckel schon draufmachen.“ Neben Daferners Brettschuss hatte auch Ben Bobzien zwei gute Abschlüsse, wobei einer an die Querlatte krachte. Der Trainer resümierte nüchtern: „Die Chancenverwertung killt uns heute im Vergleich zur Vorwoche.“ Beim 6:0-Sieg gegen Münster hatte sich sein Team noch als äußerst effektiv gezeigt.
Keine Schuldzuweisungen an Torwart Schreiber
Keine Schuld gab Stamm dagegen Torwart Tim Schreiber, der sich bei beiden Kopfballtoren des eingewechselten Tigges im Luftkampf verschätzte. „Grundsätzlich mag ich es, wenn Tim mutig ist. Wenn er rauskommt und den Ball mit der Faust trifft, sagen wir alle super“, so der Chefcoach. „Er kommt vielleicht eine halbe Sekunde zu spät. Aber so ist das im Fußball manchmal, dass Kleinigkeiten entscheiden. Daraus wird er lernen.“
Verpasste Chance vor der Länderspielpause
Unterm Strich bleibt, dass Dynamo Dresden eine große Gelegenheit verpasst hat, sich vor der Länderspielpause ein Stück weit von den Abstiegsrängen abzusetzen. Stamm bilanzierte: „Wir wissen schon, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben, das können wir ganz gut einordnen. Trotzdem müssen wir zwei, drei Dinge gut nachbesprechen. Denn die Spiele gehen eben 90 Minuten. Nicht 60, 70 oder 45...“
Die Niederlage in Paderborn zeigt einmal mehr, wie knapp die Entscheidungen in der 2. Bundesliga fallen und wie wichtig eine konsequente Chancenverwertung für den Erfolg ist. Dynamo Dresden muss nun in der Länderspielpause die Lehren aus dieser enttäuschenden Niederlage ziehen.



