Neubrandenburgerin verliert 11.500 Euro an Liebesbetrüger – Bank verhindert noch größeren Schaden
Eine 57-jährige Frau aus dem Raum Neubrandenburg ist auf die perfide Masche des sogenannten Love-Scammings hereingefallen und hat dabei insgesamt 11.500 Euro verloren. Nur das aufmerksame Eingreifen ihrer Hausbank verhinderte, dass der finanzielle Schaden noch größer ausfiel. Die Bank bemerkte Unregelmäßigkeiten bei den Transaktionen und alarmierte umgehend die Polizei, woraufhin die Geschädigte Anzeige erstattete.
So lief der Betrug ab
Vor etwa zwei Monaten lernte die Frau über eine Dating-Plattform einen Mann kennen, der sich als erfolgreicher Geschäftsmann ausgab. Schnell verlagerte sich der Kontakt auf einen Messengerdienst, wo der Unbekannte über Wochen hinweg eine scheinbar vertraute Beziehung zu der Frau aufbaute. Dann folgten die ersten Hilferufe: Der Mann schilderte angebliche Notlagen und forderte dringend Geld. Die Frau überwies mehrfach, insgesamt 11.500 Euro, an eine Person, die sie nie persönlich getroffen hatte.
Love-Scamming: Ein wachsendes Problem in Mecklenburg-Vorpommern
Dieser Fall ist kein Einzelfall. In Mecklenburg-Vorpommern ist der durch Love-Scamming verursachte Schaden in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Von rund 330.000 Euro im Jahr 2022 wuchs er auf mehr als 2,1 Millionen Euro zuletzt an. Damit war Online-Liebesbetrug die ertragreichste Masche aller polizeilich registrierten Trickbetrügereien im Land, die zusammen einen Schaden von 6,5 Millionen Euro verursachten.
Experten des Weißen Rings machen dafür unter anderem den technologischen Wandel verantwortlich. KI-Bots ermöglichen es Tätern heute, unzählige Konversationen gleichzeitig zu führen, die sprachlich glaubwürdiger wirken als früher. Hinzu kommt, dass Love-Scamming in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht gesondert erfasst wird, wodurch die tatsächliche Dunkelziffer vermutlich weit höher liegt.
Wer ist besonders gefährdet?
Laut Ermittlern sind besonders Frauen über 40 Jahre gefährdet – also genau jene Gruppe, der auch die Neubrandenburgerin angehört. Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Masche und gibt klare Ratschläge:
- Misstrauen ist angebracht, wenn jemand im Internet schnell Liebesgefühle äußert.
- Kein Geld sollte an unbekannte Personen überwiesen werden – egal wie plausibel die geschilderte Notlage klingt.
- Persönliche Daten und Fotos sollten nicht leichtfertig weitergegeben werden.
- Wer eine solche Geldforderung bekommt, sollte den Kontakt sofort abbrechen und sich im Zweifel an die Polizei wenden.
Die Ermittlungen in diesem konkreten Fall aus Neubrandenburg laufen derzeit noch. Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu bleiben und bei Verdacht auf Betrug umgehend die Behörden einzuschalten.



