Gelsenkirchen: Polizei veröffentlicht neue Fotos von historischem Sparkassen-Coup
Neue Fotos von Mega-Coup in Gelsenkirchen veröffentlicht

Historischer Tresor-Coup in Gelsenkirchen: Polizei veröffentlicht neue Einblicke

Es handelt sich um einen der spektakulärsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte. Um die Weihnachtszeit 2025 brachen bislang unbekannte Täter in eine Sparkassenfiliale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer ein und erbeuteten Bargeld, Gold und Schmuck aus schätzungsweise 3100 Schließfächern. Die Beute wird auf bis zu eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Nun hat die Polizei neue, bisher unveröffentlichte Fotos aus dem Tatort veröffentlicht, die das immense Ausmaß der Zerstörung dokumentieren.

Chaos bis unter die Decke: Die Bilder aus dem Tresorraum

Die Aufnahmen, die kurz nach der Entdeckung der Straftat Ende Dezember entstanden, zeigen ein Bild der Verwüstung. Auf dem Boden des Tresorraums türmen sich die aus ihren Verankerungen gerissenen Schließfach-Schubkästen teilweise bis zur Decke. Insgesamt sicherten die Ermittler über 50.000 einzelne Beweismittel, die nun in akribischer Kleinarbeit den aufgebrochenen Fächern zugeordnet werden müssen. Bislang wurden etwa 1200 der insgesamt 2700 geschädigten Sparkassenkunden vernommen, die ihre oft lebenslangen Ersparnisse verloren haben.

Die Frage, wie sich die Täter in diesem Chaos überhaupt bewegen konnten, stellt sich den Ermittlern besonders eindrücklich. Einige Bereiche der Fotos wurden von der Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen unkenntlich gemacht.

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Sonderkommission „Bohrer“ mit über 200 Ermittlern im Einsatz

Mehr als 200 Beamte aus ganz Nordrhein-Westfalen arbeiten in der eigens eingerichteten Sonderkommission „Bohrer“ an der Aufklärung des Falls. Derzeit verfolgen sie über 600 konkrete Hinweise aus der Bevölkerung. Parallel dazu rekonstruieren die Ermittler minutiös die Abläufe in der Sparkasse:

  • Wer hatte wann Zutritt zum Gebäude?
  • Wann wurde die Alarmanlage ein- oder ausgeschaltet?
  • Welche Türen wurden geöffnet und wann?

Ein zentraler Ermittlungsstrang zielt darauf ab, mögliche Insider-Hilfe aufzudecken, die den dreisten Einbruch erst ermöglicht haben könnte.

Der Ablauf des milliardenschweren Einbruchs

Die Täter, vermutlich eine Gruppe von vier bis sechs Personen, drangen ab dem 26. Dezember über die Tiefgarage eines angrenzenden Wohn- und Geschäftshauses unter die Sparkasse vor. Mit manipulierten Türen und offenbar eigens angefertigten Schlüsseln gelangten sie bis in den gesicherten Tresorbereich. Dort bohrten sie sich mit einem leistungsstarken Diamant-Kernbohrer durch eine Wand direkt in den Schließfachraum.

Über mehrere Tage hielten sich die Einbrecher im Tresorraum auf, während Alarmsignale entweder deaktiviert oder als Fehlalarme abgetan wurden. Ab dem 27. Dezember, gegen 10:45 Uhr, begannen sie systematisch, die Schließfächer zu öffnen. Die Beute wurde durch das Bohrloch an Komplizen weitergegeben, die in dem angrenzenden Raum warteten.

Auffällig ist, dass die Täter bestimmte Fächer mit geringwertigem Inhalt sowie rückverfolgbare Luxusuhren bewusst liegen ließen – ein Hinweis auf professionelle Planung. In der Nacht zum 29. Dezember flohen sie schließlich über die Tiefgarage und verwischten ihre Spuren mit Säure. Kurz darauf entdeckte die Feuerwehr die verwüsteten Räume.

Zurück bleiben nicht nur ein physisch zerstörter Tresorraum, sondern vor allem tausende verzweifelte Kunden, die um ihr Hab und Gut bangen müssen. Die Ermittlungen der Sonderkommission „Bohrer“ laufen auf Hochtouren.

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