Pastor in Hamburg soll 15-Jährigen sexuell missbraucht haben
Pastor in Hamburg: Sexueller Missbrauch an 15-Jährigem

Prozess in Hamburg: Pastor soll 15-Jährigen sexuell missbraucht haben

Mit Tweed-Jackett und Schiebermütze nahm der 64-jährige Pastor am Dienstag auf der Anklagebank des Hamburger Landgerichts Platz. So bieder der Geistliche wirkt, so schwer wiegen die Vorwürfe gegen ihn: Ein Pastor aus Hamburg soll einen zur Tatzeit 15-Jährigen mehrfach sexuell missbraucht haben – und zwar mit Unterstützung des Vaters des Opfers. Der 64-Jährige muss sich nun vor dem Landgericht verantworten. Mit einer dunklen Mappe verdeckte der Angeklagte sein Gesicht. Die Anklage wirft ihm sexuellen Missbrauch von Jugendlichen in drei Fällen vor.

Vater soll Sohn für 2800 Euro verkauft haben

Laut Anklage soll der Vater seinen eigenen Sohn für 2800 Euro an den Pastor verkauft haben, um sexuelle Handlungen zu ermöglichen. Ende März 2022 kam es demnach zum ersten Treffen zwischen dem Pastor, dem Opfer und dessen Vater im evangelischen Pfarrhaus in Hamburg-Ochsenwerder. Zunächst sei es um die nachträgliche Konfirmation des 15-Jährigen gegangen. Anschließend wurde der Teenager sexuell missbraucht.

Weitere Treffen und Zahlungen

An einem anderen Tag sollen der Pastor und der Vater des Jugendlichen ein Treffen auf einem Parkplatz arrangiert haben. Dort habe sich der Geistliche erneut an seinem Opfer vergangen und dem Teenager dafür 500 Euro gezahlt. Der dritte Missbrauchsfall ereignete sich laut Anklage am 30. April 2022 in einer Unterkunft auf der Reeperbahn. Hier soll der Angeklagte 2000 Euro gezahlt haben. Der Pastor schwieg vor Gericht. Nach der Anklageverlesung sollte das Opfer aussagen. Die Öffentlichkeit wurde dabei ausgeschlossen, um die Privatsphäre des Minderjährigen bei intimen oder belastenden Details zu schützen.

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Vater bereits verurteilt

Der 48-jährige Vater des Geschädigten war bereits im vergangenen Jahr wegen Zwangsprostitution seines Sohnes zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da sowohl der Vater als auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt haben. Der Prozess gegen den Pastor wird fortgesetzt.

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