Britische Polizei ermittelt nach Epstein-Akten zu Privatflügen am Flughafen Stansted
Polizei ermittelt zu Epstein-Flügen am Flughafen Stansted

Britische Polizei geht Hinweisen zu Epstein-Flügen am Flughafen Stansted nach

In der Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die britische Polizei neue Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei in Essex überprüft aktuell Informationen, die nach der Veröffentlichung der Epstein-Akten des US-Justizministeriums im Zusammenhang mit Privatflügen zum und vom Flughafen Stansted aufgetaucht sind. Dies teilte die Behörde am Dienstag mit und reagiert damit auf Forderungen des früheren Premierministers Gordon Brown.

Gordon Brown fordert umfassende Ermittlungen

Der ehemalige britische Premier Gordon Brown hatte in einem Beitrag im Magazin New Statesman kritisiert, dass bei früheren Ermittlungen im Zusammenhang mit dem ehemaligen Prinzen Andrew wichtige Hinweise zu Flügen nicht ordnungsgemäß überprüft worden seien. Brown schrieb, ihm sei privat mitgeteilt worden, dass die britischen Behörden bisher kaum oder gar keine Ahnung hätten, wer durch das Land geschleust wurde und für wen außer für Epstein. Er forderte die Polizei auf, dies im Rahmen der neuen Ermittlungen zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Verwicklung von Andrew Mountbatten-Windsor, einem Bruder von König Charles III.

Hintergrund: Epstein und seine Netzwerke

Jeffrey Epstein, ein bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzter Finanzberater, soll mehr als tausend minderjährige Mädchen und junere Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er die Opfer an Prominente weitergereicht haben. Bereits im Dezember hatte der Rundfunksender BBC berichtet, dass auf britischen Flughäfen im Laufe der Jahre fast 90 Privatflugzeuge Epsteins gestartet oder gelandet seien. An Bord einiger Maschinen waren demnach auch britische Missbrauchsopfer des US-Finanzberaters.

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In Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten zum Fall Epstein hatte zudem ein weiteres Missbrauchsopfer den Vorwurf erhoben, 2010 von Epstein nach Großbritannien geschickt worden zu sein, um dort mit Andrew Sex zu haben. König Charles III. hatte seinem Bruder wegen des Epstein-Skandals bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen, nachdem posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren. Giuffre hatte darin detailliert ihren Vorwurf erneuert, der damalige Prinz Andrew habe Sex mit ihr gehabt, als sie erst 17 war.

Epsteins System und die Folgen

Epstein wurde erstmals 2008 wegen Missbrauchs einer Minderjährigen verurteilt, erhielt aber aufgrund eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft nur eine 18-monatige Haftstrafe. Nach einer erneuten Festnahme wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen wurde Epstein im August 2019 erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben. Die neuen Epstein-Akten schärfen das Bild eines Mannes, der die globalen Eliten miteinander vernetzte. Sein System basierte auf dem Handel mit Sex, Macht und Geld, und die aktuellen Ermittlungen in Großbritannien könnten weitere Enthüllungen zu diesem komplexen Netzwerk bringen.

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