Polizei zerschlägt riesiges Vergewaltiger-Netzwerk: Frauen systematisch betäubt und missbraucht
Die deutschen Behörden haben ein besonders brutales Verbrecher-Netzwerk aufgedeckt, das Frauen mit Medikamenten betäubte, im Schlaf vergewaltigte und die widerlichen Taten filmte. In Chatgruppen tauschten sich die Täter über ihre Verbrechen aus und bezeichneten ihre Opfer abwertend als "Autos" oder "tote Schweine". Diese systematische Entmenschlichung bildete das Fundament eines kriminellen Systems, das jetzt von Staatsanwälten in mehreren Städten zerschlagen wird.
Münchner Hauptprozess: Student gesteht wiederholte Vergewaltigungen
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 27-jähriger Student aus China, gegen den am Dienstag in München das Urteil fallen soll. Der Angeklagte hat gestanden, seine Freundin immer wieder mit Narkosemitteln betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt zu haben. Auf den Videoaufnahmen ist deutlich zu sehen, wie er Medikamente nachspritzt oder seiner bewusstlosen Partnerin Tücher mit Betäubungsmitteln ins Gesicht drückt, um sicherzustellen, dass sie nicht aufwacht. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung. Die Anklagepunkte umfassen versuchten Mord und schwere Vergewaltigung.
Frankfurter Fall: IT-Experte zu 14 Jahren Haft verurteilt
Der Münchner Fall stellt sich als kein Einzelfall heraus. In Frankfurt hatte die Staatsanwaltschaft bereits im Juni 2025 Anklage gegen Dapeng Z. (44) erhoben. Dem chinesischen IT-Experten werden 22 Taten an sieben Frauen zwischen 2020 und 2024 vorgeworfen. Der Täter lockte seine Opfer unter dem Vorwand von Wohnungsbesichtigungen in die Falle, sedierte sie mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, vergewaltigte sie und filmte die Übergriffe. Die Staatsanwältin betonte, dass die Dosierung der Betäubungsmittel "in mehreren Fällen den Tod herbeiführen hätte können". Die Opfer überlebten nur durch Zufall. Im Februar 2026 wurde der Mann zu 14 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
Berliner Prozess: Elf Frauen betroffen
Auch in Berlin begann im Juni 2025 ein Prozess gegen Tong Z. (25). Ihm werden 15 Straftaten an elf Frauen vorgeworfen, darunter zwei Vergewaltigungen. Eine Frau soll er nach einem gemeinsamen Abendessen mit dem Schlafmittel Triazolam betäubt haben. Laut Anklage handelt es sich dabei um "Beibringung von Gift". Die Richter verurteilten den Mann zu fast sechs Jahren Haft. Die Ermittler sehen deutliche Verbindungen zwischen den verschiedenen Beschuldigten, die sich in Chatgruppen gegenseitig bestärkten, Anleitungen teilten und ihre Taten systematisch dokumentierten.
Systematischer Austausch in Chatgruppen
Die Ermittlungen zeigen ein erschreckendes Bild: Die Täter nutzten verschlüsselte Messenger-Dienste wie Telegram, um sich über Dosierungen, Beschaffungswege für Medikamente und ihre kriminellen "Erfahrungen" auszutauschen. In mehreren Fällen sollen Betäubungsmittel sogar an andere Chat-Teilnehmer verkauft worden sein. Viele der betroffenen Frauen erfuhren erst durch die Polizei, was ihnen angetan worden war, da sie sich an die Übergriffe aufgrund der starken Sedierung nicht erinnern konnten.
Parallelen zu internationalen Fällen
Die Vorwürfe erinnern stark an den Fall Gisèle Pelicot (72) in Frankreich, deren Ehemann sie jahrelang betäubte und anderen Männern zur Vergewaltigung anbot. Dominique Pelicot wurde schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Diese internationalen Parallelen zeigen, dass es sich bei solchen Verbrechen nicht um isolierte Einzelfälle handelt, sondern um ein globales Phänomen, das entschlossene Strafverfolgung erfordert.
Die deutschen Ermittlungsbehörden betonen, dass die Aufklärung dieser Netzwerk-Verbrechen höchste Priorität hat und alle verfügbaren Ressourcen eingesetzt werden, um weitere Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen.



