Erfurt - Vor dem Landgericht Erfurt hat ein Prozess gegen drei Männer begonnen, denen die Staatsanwaltschaft Gera unter anderem bandenmäßige Drogengeschäfte im großen Stil vorwirft. Sie sollen illegal mit Hunderten Kilogramm Marihuana gehandelt und selbst große Mengen an Methamphetamin in einem eigenen Labor in Thüringen hergestellt haben. Der Zeitraum der Taten soll sich von etwa Mitte 2020 bis Februar 2022 erstreckt haben.
Kopf der Bande mit internationalen Kontakten
Laut Anklage soll ein 42-jähriger Mann der Kopf der Bande gewesen sein, der auch internationale Kontakte in der Rauschgift-Szene unterhielt. Ein 45-jähriger Mitangeklagter soll nicht nur seine rechte Hand gewesen sein, sondern auch Kurierfahrten, Lieferungen und Verkäufe organisiert haben. Er soll zudem von einem bereits erfahrenen Meth-Koch in der Herstellung der synthetischen Droge mit hohem Suchtpotenzial unterrichtet worden sein.
Rolle der Angeklagten im Detail
Während der 45-Jährige das Meth kochte, soll der 42-Jährige die notwendigen Grundstoffe beschafft haben. Der dritte Angeklagte soll vor allem für Kurierfahrten zuständig gewesen sein und am Aufbau des Labors mitgewirkt haben. Das Labor sei mindestens zweimal umgezogen, zuletzt nach Erfurt. Die Dimensionen des Labors suchten in Deutschland ihresgleichen.
Nach der Verlesung der Anklage wurde der Prozess zunächst unterbrochen, und die Öffentlichkeit wurde für Erörterungen zwischen den Verfahrensbeteiligten ausgeschlossen. Weitere Verhandlungstermine sind bis in den Juni angesetzt.



