Babynahrung mit Rattengift: Erpressungsversuch bei Hipp löst länderübergreifende Polizeijagd aus
Rattengift in Hipp-Babynahrung: Erpressungsversuch und Polizeijagd

Babynahrung mit Rattengift: Erpressungsversuch bei Hipp löst länderübergreifende Polizeijagd aus

Ein schwerwiegender Erpressungsversuch mit vergifteter Babynahrung versetzt Eltern in Österreich, Tschechien und der Slowakei in große Sorge. Ein Unbekannter hat versucht, den renommierten Babykosthersteller Hipp durch die Manipulation von Gläschen mit Rattengift unter Druck zu setzen. Die Polizei arbeitet derzeit auf Hochtouren in einer länderübergreifenden Ermittlung, um den Täter zu fassen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Fünf manipulierte Gläser entdeckt – eines noch vermisst

Laut Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden insgesamt fünf mit Rattengift verseuchte Babynahrungsgläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei sichergestellt. Laboruntersuchungen bestätigten eindeutig die Präsenz des gefährlichen Gifts. In Deutschland konnten bislang keine verunreinigten Produkte nachgewiesen werden. Allerdings wird im österreichischen Burgenland weiterhin intensiv nach einem weiteren, möglicherweise vergifteten Glas gesucht. Die genauen Ermittlungsmethoden der Polizei bleiben aus taktischen Gründen unter Verschluss.

Ermittlungsgruppe „Glas“ arbeitet auf Hochtouren

Bei der Kriminalpolizei Ingolstadt wurde eigens die Ermittlungsgruppe „Glas“ eingerichtet, die in enger Abstimmung mit den Behörden der betroffenen Länder agiert. Michaela Grob, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, betonte: „Es ist ein sehr sensibles Thema.“ Die Zahl der involvierten Beamten sei flexibel und werde je nach Bedarf durch Spezialisten aus anderen Institutionen ergänzt. Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, können derzeit keine weiteren Details preisgegeben werden.

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Hipp reagiert mit Rückrufaktion und Krisenstab

Das Unternehmen Hipp mit Sitz im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm hat umgehend reagiert und einen internen Krisenstab gebildet. Der Erpresser hatte sich über ein unpersonalisiertes Sammelpostfach gemeldet, das in größeren zeitlichen Abständen überprüft wird. Hipp betonte, Opfer einer Erpressung zu sein, und rief vorsorglich alle Babykostgläschen zurück, die bei Spar Österreich gekauft wurden. Im Zuge dieser Maßnahme konnte bereits ein manipuliertes Gläschen sichergestellt werden. Auch die Rewe-Gruppe in Österreich und die Drogeriemarktkette dm haben Hipp-Produkte präventiv aus dem Verkauf genommen. Das Unternehmen stellte klar, dass es sich nicht um einen Produkt- oder Qualitätsmangel handelt, da die Gläschen das Werk in einwandfreiem Zustand verlassen haben.

Erpressungsforderung und toxikologische Untersuchungen

Weder Hersteller noch Polizei gaben den Inhalt der Erpresser-E-Mail oder konkrete Forderungen bekannt. Medienberichten zufolge soll es sich um eine Geldforderung in Millionenhöhe handeln, was jedoch offiziell nicht bestätigt wurde. Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt wegen „vorsätzlicher Gemeingefährdung“. Nach einem vorläufigen toxikologischen Gutachten, das Rattengift in einem sichergestellten Glas nachwies, folgt nun eine detailliertere Untersuchung zur Bestimmung der Dosis und des konkreten Gefahrenpotenzials beim Verzehr.

Wie erkennt man manipulierte Gläser?

Die Polizei warnt Verbraucher eindringlich vor möglichen Anzeichen an den Babynahrungsgläsern. Manipulierte Produkte können an einem beschädigten Deckel, am Fehlen des charakteristischen Plopp-Lautes beim Öffnen oder an einem weißen Aufkleber mit rotem Ring am Glasboden erkennbar sein. Bei solchen Auffälligkeiten sollte der Inhalt keinesfalls verzehrt und umgehend die Polizei verständigt werden. Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Erpressungsversuchen mit vergifteten Lebensmitteln ein, bei denen bereits mehrfach Babynahrung im Fokus stand.

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