Rechtsextreme Jugendliche: Wie Eltern Hilfe finden und Anzeichen erkennen
Rechtsextreme Jugendliche: Hilfe für Eltern

Eltern, die befürchten, dass ihr Kind in rechtsextreme Kreise abrutscht, können Unterstützung bei spezialisierten Beratungsstellen erhalten. Das brandenburgische Institut Demos bietet mit der "Ausstiegs-, Distanzierungs- und Angehörigenberatung" (ADA) Hilfe für Betroffene und deren Angehörige an. Geschäftsführer Markus Klein berichtet, dass die vier Berater der Einrichtung gut ausgelastet seien.

Anzeichen für rechtsextreme Gedankenwelten

Plötzliche menschenverachtende Sprüche, rechte Codes wie "White Power"-Symbole oder Veränderungen im Freundeskreis und Musikgeschmack können Hinweise sein. Dennoch betont Klein, dass nicht jede Provokation gleich auf eine rechtsextreme Radikalisierung hindeute. Eltern sollten jedoch hellhörig werden, wenn ihre Kinder an Demonstrationen, Schulungen oder Camps rechtsextremer Gruppen teilnehmen.

Was Eltern tun können

Maica Vierkant vom Aktionsbündnis Brandenburg empfiehlt, das Gespräch auf Augenhöhe zu suchen – nicht vorwurfsvoll, sondern offen. So könnten Eltern herausfinden, wie ihr Kind mit extremistischen Inhalten in Kontakt gekommen ist. Klein ergänzt: "Man kann versuchen, das Kind zu verstehen, ohne einverstanden zu sein."

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Wo Eltern Hilfe finden

Die ADA-Beratung bietet schnelle und niedrigschwellige Hilfe an. "Wir rufen zügig zurück", versichert Klein. Auch das Ausstiegsprogramm des Verfassungsschutzes Brandenburg sowie das Berliner Projekt "Mein Kind ist rechts?!" bieten Orientierung. Fühlen sich Eltern überfordert, kann der Austausch mit anderen Betroffenen oder professionelle Hilfe entlastend wirken.

Rolle der sozialen Medien

Rechtsextreme Gruppen nutzen soziale Medien gezielt, um Jugendliche mit Videoclips, Memes oder Skandalnachrichten anzusprechen. Vierkant fordert daher mehr Medienkompetenz für Jugendliche und eine bessere Regulierung der Plattformen. Klein sieht soziale Medien zwar als Beschleuniger, warnt aber vor einer Überbewertung ihres Einflusses – Freundesgruppen seien mindestens ebenso wichtig.

Können sich Jugendliche wieder lösen?

Politische Einstellungen sind im Jugendalter oft noch nicht gefestigt. Viele Jugendliche suchen in der rechtsextremen Szene zunächst Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Fachleute betonen, dass neue Freundschaften und positive Erfahrungen außerhalb der Szene helfen können. Sie warnen jedoch davor, einfach abzuwarten und nichts zu unternehmen.

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