DFB-Reform: Alle Fragen zur Regionalliga-Neustrukturierung
DFB-Reform: Fragen zur Regionalliga-Neustrukturierung

Nie war eine Lösung der Regionalliga-Frage so nah wie aktuell. Am Donnerstag sitzen die Verbandspräsidenten zusammen, nächste Woche stimmen die Klubs über die zwei Vorschläge zur DFB-Reform ab. BILD hat Sitzungsprotokolle und DFB-Präsentationen vorliegen und macht den großen Check.

1. Warum dürfen nicht einfach alle fünf Regionalliga-Meister aufsteigen?

Der DFB lehnt eine Aufstockung der 3. Liga generell ab, da sich die Spielklasse in den letzten Jahren positiv entwickelt hat. Außerdem kann mit einer Reduzierung der fünf auf vier Staffeln die Qualität auf Regionalliga-Ebene verbessert werden, womit sich der DFB eine stärkere Talentförderung erhofft.

2. Wieso werden die zweiten Mannschaften nicht aus dem Männer-Spielbetrieb herausgelöst?

Zwar wurde das Projekt U21-Liga parallel als Experiment aus dem Boden gestampft, aber dieser neue Wettbewerb ist noch nicht ausgereift. Die meisten Bundes- und Zweitligisten wollen, dass ihre Talente sich gegen starke Männerteams Zweikampfhärte aneignen und nicht nur technisch versierte Ausbildungspartien absolvieren.

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3. Wie ausgereift ist das Kompassmodell wirklich?

Der DFB hat zahlreiche Analysen angestellt, wie die 4. Liga schon in den vergangenen sechs Jahren ausgesehen hätte. Dabei waren selbst Experten überrascht, wie wenige Verschiebungen es von Teams in verschiedene Staffeln gibt, wenn jede Saison neu nach den kürzesten Fahrtstrecken entschieden wird. Derbys auf engem Raum bleiben immer erhalten, traditionellen Duellen kann im Zweifel auch Vorrang gewährt werden, weil die KI nur zur Unterstützung und nicht eigenmächtig eingesetzt wird. Der Vorteil: Künftig steigen nicht nur alle vier Meister auf, sondern auch genau vier Klubs pro Staffel fest ab. Der Übergang in die Oberliga ist klar geregelt. Die Folge: Mehr Planbarkeit für alle.

4. Warum ist das Kompassmodell so innovativ?

Weil es als flexibles und lernfähiges Gebilde in der Lage ist, auf alle Probleme dieser Spielklassenebene Antworten zu geben. So können beispielsweise für alle vier Staffeln zusammen überregionale Sponsoren oder für eine Staffel regionale Partner gefunden werden, bei den TV-Rechten kann es ebenfalls mehr Verhandlungsspielraum geben. Am wichtigsten aber: Das Kompassmodell bricht komplett mit den Fehlern der Vergangenheit, wonach die Verbandsstärke einer Region über den Drittliga-Aufstieg entscheidet. Sportwissenschaftler begrüßen diesen Schritt. Dafür müssen die Verbände gemeinsam eine GmbH führen und ihre Zusammenarbeit – eventuell unter Hilfe des DFB – verbessern.

5. Wieso hat das Regionenmodell nur Außenseiter-Chancen?

Schon vor acht Jahren wurde es verworfen. Ausgerechnet die Regionen Bayern, Ost und Nord, die aus drei Staffeln zwei machen sollen, sind dagegen. Der Grund: Das Regionenmodell basiert auf dem Credo der Verbandsstärke und enthält krasse Unlogiken. Am deutlichsten wird das daran, dass Halle und Leipzig trotz 40 Kilometern Entfernung nie mehr in der 4. Liga gegeneinander spielen würden, während Flensburg nach Halle oder bis ins südlichste Brandenburg fährt und Memmingen nach Leipzig muss. Dazu ist völlig unklar, wie die letzte Saison der Regionalliga Nordost vor ihrer Aufspaltung (Sachsen und Thüringen zu Bayern/Rest in den Norden) gewertet werden sollte. Sogar Einzeltabellen nach Bundesländern und deren Startplätze stehen als offene Frage im Konzept.

6. Welches Gremium arbeitet die Details aus?

Der DFB plant nach der Entscheidung eine Kommission unter Beteiligung von Klub-Vertretern. Auch kleine Vereine sollen dabei Gehör finden.

7. Wie sind die Machtverhältnisse?

DFB- und DFL-Spitze stehen zusammen mit dem Nordost-Verband geschlossen hinter dem Kompassmodell. Der West-Verband mit Peter Frymuth zeigt sich mittlerweile offen. Am meisten Widerstand gibt es verbandsseitig im Süden und speziell aus Bayern.

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