René Benko in Haft: Vom Immobilien-Milliardär zum Gefängnistischler
René Benko will in Haft als Tischler arbeiten

Vom Luxusleben zur Gefängniswerkstatt: René Benkos neuer Alltag

Seit mehr als zwölf Monaten verbringt der einstige Immobilien-Milliardär René Benko seine Tage hinter Gittern. Der 48-Jährige, der früher in prunkvollen Anwesen wie jenem in Innsbruck residierte, sucht nun nach Abwechslung in seinem eintönigen Haftalltag. Wie das Onlinemagazin „trend.at“ berichtet, hat Benko einen ungewöhnlichen Schritt unternommen: Er bewarb sich um eine Arbeitserlaubnis als Tischler in der Justizanstalt Wien-Josefstadt, wo er derzeit in Untersuchungshaft sitzt.

Justiz genehmigt handwerkliche Tätigkeit

Sowohl die Gefängnisleitung als auch die Staatsanwaltschaft haben diesem Ersuchen stattgegeben. Benkos Anwalt Norbert Wess bestätigte gegenüber „trend.at“, dass sein Mandant sich tatsächlich um einen Arbeitsplatz in der Tischlerei beworben habe. Bis vor Kurzem war Benko nahezu vollständig mit der Bearbeitung seines umfangreichen Strafaktes beschäftigt, doch da momentan keine neuen Ermittlungsstränge oder substanzielle Neuerungen hinzukommen, bestehe nun die Möglichkeit für eine geregelte Beschäftigung.

Hintergrund: Die juristischen Verfahren

René Benkos U-Haft wurde zuletzt bis zum 16. April 2026 verlängert. Das Oberlandesgericht Wien begründet dies mit anhaltender „Tatbegehungsgefahr“. Konkret besteht der Verdacht auf:

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  • Schweren Betrug
  • Untreue
  • Betrügerische Krida (Gläubigerschädigung)
  • Fälschung eines Beweismittels

Das Gericht stützt seine Entscheidung auf zahlreiche konkrete Ermittlungsergebnisse und befürchtet, dass Benko auf freiem Fuß weitere Straftaten mit hohem Schaden für fremdes Vermögen begehen könnte.

Der juristische Werdegang

Seit Januar 2025 sitzt Benko bereits in Untersuchungshaft. Im Oktober 2025 wurde er in Innsbruck im ersten Strafverfahren wegen betrügerischer Krida zu zwei Jahren Haft verurteilt – seine Anwälte legten Berufung ein. In einem zweiten Verfahren im Dezember 2025 erhielt er wegen desselben Delikts 15 Monate auf Bewährung. Doch auch dieses Urteil ist nicht rechtskräftig geworden, nachdem sowohl die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als auch Benkos Verteidigung Einsprüche einlegten. Der ehemalige Immobilienmogul weist bis heute alle Vorwürfe entschieden zurück.

Der wirtschaftliche Absturz

Benkos juristische Probleme sind eng mit seinem wirtschaftlichen Niedergang verbunden. Nach der Insolvenz seiner Signa-Gruppe im Jahr 2023 brach sein gesamtes Immobilien-Imperium wie ein Kartenhaus zusammen. Es folgten Forderungen in Milliardenhöhe von Gläubigern, die bis heute nicht beglichen sind. Der Mann, der einst zu den reichsten Österreichern zählte, muss sich nun in einer Gefängniswerkstatt bewähren – ein bemerkenswerter Kontrast zu seinem früheren Luxusleben.

Während Benko in der Tischlerei der Justizanstalt Wien-Josefstadt hoffentlich handwerkliche Fähigkeiten erlernt, warten die Gerichte auf die endgültige Aufarbeitung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Die Justizbehörden behalten sich vor, die Arbeitserlaubnis jederzeit zu widerrufen, sollten neue Ermittlungsergebnisse dies erforderlich machen.

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