Russell Brand vor Gericht: Mit Bibel und Cowboyhut zu Anhörung wegen Vergewaltigungsvorwürfen
Der britische Skandal-Comedian Russell Brand (50) musste sich am Dienstag vor dem Southwark Crown Court in London einer Anhörung stellen. Ihm werden schwere sexuelle Übergriffe an fünf Frauen zwischen 1999 und 2005 vorgeworfen, darunter drei mutmaßliche Vergewaltigungen. Bereits im Mai 2025 hatte der Brite vor Gericht auf „nicht schuldig“ plädiert.
Auftritt mit religiösen Symbolen vor dem Gericht
Vor dem Londoner Gerichtsgebäude am Südufer der Themse zwischen London Bridge und Tower Bridge präsentierte sich Russell Brand in auffälliger Kleidung. Er trug einen Cowboyhut und ein weit geöffnetes Hemd mit Zebramuster, das seine glattrasierte Brust zeigte. In der Hand hielt er eine blaue Bibel, die er demonstrativ zur Schau stellte.
Im Gerichtssaal Saal 1 saß der Komiker kerzengerade auf der Anklagebank hinter Glas und las in der Bibel. Als er einer Wächterin eine Passage zeigen und daraus vorlesen wollte, wurde ihm das religiöse Buch abgenommen, da dies vor Gericht nicht gestattet ist. Brand, der kürzlich zum Christentum konvertiert ist, scheint seinen neu gefundenen Glauben besonders ernst zu nehmen.
Brand plädiert auf nicht schuldig zu allen Vorwürfen
Die Gerichtssprecherin konfrontierte den Briten, der 2010 ein Jahr mit der Popstar Katy Perry (41) verheiratet war, mit den konkreten Anschuldigungen. „Sie sollen versucht haben, ein Opfer mit Ihrem Penis anal zu penetrieren. Plädieren Sie schuldig?“, fragte sie. Seine Antwort war knapp und deutlich: „Nicht schuldig!“ Auch zu den beiden Vergewaltigungsanschuldigungen bekannte sich Brand als unschuldig.
Prozessvorbereitung und tumultartige Szenen
Die heutige Anhörung diente der Vorbereitung auf den am 3. Juni beginnenden Hauptprozess gegen den Schauspieler. Brand ist derzeit auf Kaution frei. Der Richter warnte ihn: „Wenn Sie Ihre Kautionsauflagen brechen, drohen Strafen. Ist Ihnen das klar?“ „Ja“, antwortete Brand. Nach nur 18 Minuten war die Anhörung beendet.
Vor dem Gerichtsgebäude kam es zu tumultartigen Szenen, als Russell Brand in einen schwarzen Mercedes stieg, begleitet von einem Bodyguard. Es entwickelte sich ein Wortgefecht zwischen dem Sicherheitsmann und einem Fotografen, bei dem der Bodyguard den Fotografen sogar bedrohte. Die Polizei musste einschreiten, um die Situation zu deeskalieren, bevor der schwarze Mercedes mit Brand davonbrauste.
Hintergrund der Ermittlungen
Seit 2023 ermittelt die Londoner Polizei Scotland Yard gegen Russell Brand. Nach Recherchen des britischen TV-Senders „Channel 4“ und der Zeitung „Sunday Times“ haben fünf Frauen schwerwiegende Vorwürfe erhoben. Den Angaben der ermittelnden Kriminalbeamten zufolge erhalten alle mutmaßlichen Opfer Unterstützung durch speziell geschulte Experten. Im vergangenen Mai hatte der damals 49-Jährige bereits seine Unschuld beteuert.
Der Fall hat international für Aufsehen gesorgt, nicht zuletzt wegen Brands prominenter Vergangenheit und seiner kurzen Ehe mit Katy Perry. Die Öffentlichkeit und Medien verfolgen die Entwicklungen vor dem Londoner Gericht mit großer Aufmerksamkeit.



