Schusswaffenangriff an Schule in Kanada: Mindestens acht Tote in Tumbler Ridge
Bei einem schweren Schusswaffenangriff an einer weiterführenden Schule in der westkanadischen Provinz British Columbia sind am Dienstag mehrere Menschen getötet worden. Die Behörden bestätigten mindestens acht Todesopfer, darunter die mutmaßliche Schützin, sowie mehr als 25 Verletzte. Später wurden in einem nahegelegenen Haus zwei weitere Leichen entdeckt, die wahrscheinlich mit dem Vorfall in Verbindung stehen.
Schreckliche Bilder für die Einsatzkräfte
Die Polizei teilte mit, dass Beamte bei ihrer ersten Reaktion auf die Schüsse in die Tumbler Ridge Secondary School gelaufen seien, um die Bedrohungslage zu klären. Bei der Durchsuchung der Räume stießen sie auf sieben Tote, unter ihnen die mutmaßliche Täterin, die vermutlich durch eine selbst zugefügte Verletzung ums Leben kam. Ein weiteres Opfer erlag später auf dem Weg in eine Klinik seinen Verletzungen. Unter den mehr als 25 Verletzten befanden sich zwei Personen mit lebensbedrohlichen Verletzungen, die per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurden.
Gemeinde in Schock und unter Abriegelung
Die Bewohner von Tumbler Ridge, einer Stadt mit etwa 2400 Einwohnern, wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Der zuständige Schulbezirk Peace River South School District riegelte die betroffene Tumbler Ridge Secondary School sowie eine Grundschule ab und setzte Sicherheitsprotokolle in Kraft. Larry Neufeld, ein Abgeordneter im Parlament von British Columbia, appellierte an die Öffentlichkeit: „Wir verstehen, dass einige Leute auf der Suche nach ihren Angehörigen sind, aber bitte, bitte kehren Sie nach Hause zurück und bleiben Sie dort, um sich in Sicherheit zu bringen.“ Die Gemeinde erhält umfangreiche Unterstützung durch Polizei und Rettungsdienste.
Entsetzen und Trauer in der Politik
Der Regierungschef von British Columbia, David Eby, erklärte: „Unsere Herzen sind heute Abend in Tumbler Ridge bei den Familien derer, die ihre Lieben verloren haben.“ Die Regierung werde in den kommenden Tagen sicherstellen, dass den Betroffenen alle erdenkliche Unterstützung zuteilwerde. Kanadas Premierminister Mark Carney zeigte sich in einer Erklärung in den sozialen Medien zutiefst erschüttert und dankte den Ersthelfern für ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit.
Hintergrund und historischer Kontext
Tumbler Ridge liegt mehr als 1000 Kilometer nördlich von Vancouver. Die Tumbler Ridge Secondary School wird auf der Webseite der Provinzregierung mit 175 Schülern von der siebten bis zur zwölften Klasse aufgeführt. Amokläufe an Schulen sind in Kanada selten, doch die Regierung hat nach früheren Schusswaffenvorfällen mit vielen Opfern verschärfte Maßnahmen für die Waffenkontrolle eingeführt, darunter ein erweitertes Verbot aller Waffen, die als Sturmgewehre eingestuft werden können. Der Vorfall in Tumbler Ridge ist der folgenschwerste Amoklauf in Kanada seit 2020, als ein Schütze in Nova Scotia 13 Menschen tötete und Brände legte, die weitere neun Menschen das Leben kosteten.
Die Ermittler haben die mutmaßliche Schützin inzwischen identifiziert, doch das Tatmotiv bleibt unklar. Polizeichef Ken Floyd sagte: „Wir sind noch nicht in der Lage zu verstehen, warum oder was diese Tragödie möglicherweise motiviert haben könnte.“ Die Polizei untersucht weiterhin, in welcher Beziehung die Opfer und die mutmaßliche Täterin zueinander gestanden haben könnten, während die Gemeinde mit dieser unvorstellbaren Tragödie umzugehen versucht.



