Nach Jagdszenen und Pyro-Exzessen in Dresden: Warum das Skandal-Spiel nicht abgebrochen wurde
Dresden-Hertha: Warum das Skandal-Spiel nicht abgebrochen wurde

Nach Jagdszenen und Pyro-Exzessen in Dresden: Warum das Skandal-Spiel nicht abgebrochen wurde

Nach 20 Minuten musste die Partie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (0:1) unterbrochen werden. Fans stürmten den Platz, Pyrotechnik flog in die Fanblöcke, und eine Polizeihundertschaft musste eine Viertelstunde lang das Spielfeld sichern. Dennoch wurde das Spiel wieder angepfiffen. Die Erklärung dafür liegt im UEFA-Drei-Stufen-Plan, der 2011 eingeführt wurde, um Spieler vor Diskriminierung und Gewaltandrohungen zu schützen.

Der Drei-Stufen-Plan: Ein Protokoll für Krisensituationen

Dieses Verfahren soll verhindern, dass der Fußball als Bühne für diskriminierende Handlungen, Äußerungen, Gesten oder Gewaltandrohungen missbraucht wird. Die drei Eskalationsstufen sind klar definiert:

  1. Stufe 1: Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel bei Fehlverhalten und fordert die Fans per Durchsage auf, sofort damit aufzuhören. Erst nach Beruhigung der Lage wird wieder angepfiffen.
  2. Stufe 2: Bei weiterem Fehlverhalten stoppt der Schiedsrichter die Partie erneut. Die Teams müssen in die Kabinen, und eine zweite Ansage folgt.
  3. Stufe 3: Eskaliert die Situation ein drittes Mal, kann der Schiedsrichter das Spiel endgültig abbrechen.

Die Eskalation in Dresden: Ein Lehrbeispiel für den Plan

In Dresden verlief die Situation exakt nach diesem Schema. Zunächst wurde das Spiel wegen dichten Pyro-Rauchs unterbrochen. Nach dem Wiederanpfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski eskalierte die Lage jedoch massiv: Pyrotechnik flog zwischen den Fanlagern, und es kam zu Jagdszenen auf dem Platz, als Fans beider Teams in den Innenraum des Stadions eindrangen. Die Partie wurde erneut gestoppt, und die Spieler mussten in die Kabinen – damit war Stufe zwei erreicht.

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Klar war aber auch: Wäre es danach zu einer weiteren Eskalation gekommen, hätte der Schiedsrichter das Spiel endgültig abgebrochen. Hertha-Trainer Stefan Leitl (48) kommentierte: „Der Drei-Stufen-Plan wurde eingehalten und umgesetzt. Das Ziel war ganz klar vom Schiedsrichterteam, das Spiel auch weiter vorzuführen.“

Lob für die besonnene Umsetzung

Auch Hertha-Boss Dr. Peter Görlich äußerte sich positiv: „Das Protokoll der DFL wurde von den Schiedsrichtern sehr besonnen ausgeführt. Er hat uns klar mitgeteilt, dass bei der nächsten Verfehlung das Spiel abgebrochen wird.“ Trotz der heftigen Szenen blieb die letzte Eskalationsstufe aus. Nach der Unterbrechung beruhigte sich die Lage so weit, dass Schiedsrichter Jablonski die Partie fortsetzen konnte.

Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig klare Regeln und Protokolle im Profifußball sind, um auch in Krisensituationen angemessen reagieren zu können. Die konsequente Anwendung des Drei-Stufen-Plans verhinderte in Dresden einen kompletten Spielabbruch, obwohl die Grenzen deutlich ausgereizt wurden.

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