Schwarzfahrerin aus Greifswald vor Gericht: Kreativer Protest gegen Ticketpflicht
Eine 39-jährige Frau aus Greifswald steht wegen mehrfachen Schwarzfahrens vor dem Amtsgericht der vorpommerschen Kreisstadt. Die Angeklagte ist keine gewöhnliche Schwarzfahrerin – sie sieht sich als Aktivistin, die für kostenlose öffentliche Verkehrsmittel kämpft. Ihre vier Schwarzfahrten mit dem ICE kreuz und quer durch Deutschland waren bewusst gewählt, um ein Zeichen zu setzen.
Prozess ums Prinzip: Straffreiheit für Schwarzfahrer gefordert
Die Frau beruft sich auf den Vorschlag von Bundesjustizministerin Hubig, Schwarzfahren straffrei zu stellen. Ihr geht es nicht um Mitleid mit der Justiz, sondern um eine grundsätzliche Forderung: Eine ökologische Verkehrswende sei nur mit kostenlosen Bussen und Bahnen möglich. Da das Recht dies noch nicht vorsieht, steht sie nun wegen „Erschleichens von Leistungen“ vor Gericht.
Skurrile Verteidigung: Schild mit Aufschrift „Ich fahre frei“
Vor dem Richter hielt die Angeklagte eine ungewöhnliche Verteidigungsrede. Sie habe nichts erschlichen, da sie bei ihren Fahrten stets ein Schild um den Hals trug mit der Aufschrift: „Ich fahre frei. Ich habe kein gültiges Ticket.“ Damit wollte sie ihrer Forderung Nachdruck verleihen. Das Urteil wird in der nächsten Woche erwartet. Es bleibt abzusehen, ob das Gericht diese kreative Protestaktion als strafmildernd oder gar nicht als Straftat wertet.



