Nach Mord an Mutter: 10-jähriger Sohn lebt bei Großmutter des Täters
Sohn von Mordopfer lebt bei Mutter des Killers

Familientragödie in Leipzig: Sohn überlebt Angriff des eigenen Vaters

Am 18. August 2025 endete die Kindheit eines Jungen abrupt und brutal. An diesem Tag tötete sein Vater die eigene Mutter und griff dann den 10-Jährigen mit einem Messer an. Der Junge, dessen Name aus Schutzgründen geändert wurde, überlebte den Angriff mit 14 Stichverletzungen. Während die körperlichen Wunden verheilen, bleiben tiefe seelische Narben zurück.

Eine Trennung mit tödlichen Folgen

Susann K. (42) und Nick W. (37) waren über ein Jahrzehnt lang ein Paar, bevor sie sich trennten. Nach der Trennung zog Nick W. aus der gemeinsamen Wohnung aus. Als er jedoch erfuhr, dass seine Ex-Partnerin einen neuen Lebensgefährten hatte, kehrte er an jenem verhängnisvollen Augusttag zurück. Mit Gewalt trat er die Tür ein und stach auf Susann K. ein. Die schwer verletzte Frau floh aus dem Fenster, brach auf der Straße zusammen und erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Im Anschluss suchte Nick W. das Kinderzimmer auf, wo er seinen eigenen Sohn 14 Mal mit einem Messer attackierte. Auch der Junge konnte fliehen. Der Täter wählte daraufhin selbst den Notruf und meldete: „Schönen guten Tag, Fritz-Hanschmann-Straße, versuchter Mord an Frau und Kind – das war ich.“ Er wurde noch am Tatort festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

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Gerichtsprozess und Geständnis

Vor dem Landgericht Leipzig gestand Nick W. inzwischen den tödlichen Angriff auf seine Ex-Partnerin. Ihm werden Mord und versuchter Mord zur Last gelegt. Während der Verhandlungen sitzt der Angeklagte reglos im Gerichtssaal. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der psychische Zustand des Täters und mögliche Beweggründe werden im Prozess noch eingehend untersucht.

Familiäre Zerrissenheit um das Kind

Die größte Frage nach der Tat betrifft die Zukunft des Jungen. Seit er das Krankenhaus verlassen konnte, lebt er bei der Mutter des Täters, also seiner Großmutter väterlicherseits. Die genauen Gründe für diese Entscheidung der Jugendämter sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Vermutlich bestand bereits vor der Tat eine engere Bindung zu dieser Großmutter.

Christine K. (61), die Mutter der getöteten Susann K., hat das Sorgerecht nur an jedem zweiten Wochenende. Sie äußert sich besorgt über die aktuelle Situation: „Sie will ihn sogar adoptieren“, sagt sie über die Mutter des Täters. „Das finde ich nicht gut.“ Die Kommunikation zwischen den beiden Großmüttern ist schwierig. Christine K. erklärt: „Sie denkt, es wird wieder alles gut – aber es wird nichts wieder gut.“

Der lange Weg der Verarbeitung

Der Junge selbst spricht nicht über die Tat, wie seine Großmutter mütterlicherseits berichtet. Allerdings hat er deutlich gemacht, dass er seinen Vater nicht wiedersehen möchte. Um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten, erhält der Junge psychotherapeutische Unterstützung. Eine spezialisierte Therapeutin begleitet ihn dabei, mit den schrecklichen Ereignissen umzugehen und trotz allem wieder ein Stück Kindheit zurückzugewinnen.

Inzwischen besucht der Junge wieder regelmäßig die Schule. Der Alltag soll Normalität vermitteln, doch die seelischen Verletzungen werden noch lange spürbar bleiben. Die Familie, die Jugendämter und die Therapeutin arbeiten gemeinsam daran, dem Jungen einen geschützten Rahmen für seine weitere Entwicklung zu bieten.

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