Jugendliche mit Springerstiefeln überfallen 19-Jährigen: Rechtsextreme Taten in Hamburg und Mecklenburg
Springerstiefel-Überfälle: Jugendliche greifen 19-Jährigen an

Brutale Überfälle mit Springerstiefeln: Staatsschutz ermittelt gegen rechtsextreme Jugendliche

Nach zwei schwerwiegenden Überfällen auf einen 19-jährigen Mann hat der Staatsschutz der Hamburger Polizei umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Ein 17-jähriger Tatverdächtiger wurde im Stadtteil Lohbrügge festgenommen, während gleichzeitig sechs Wohnungen in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern durchsucht wurden. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremistischen Hintergrund der Taten aus, wobei auch ein Beziehungsstreit als mögliches Motiv in Betracht gezogen wird.

Zwei Überfälle innerhalb weniger Tage

Der erste Vorfall ereignete sich am 4. März, als drei junge Männer gewaltsam in die Wohnung des 19-Jährigen eindrangen. Die Angreifer forderten einen vierstelligen Geldbetrag und begannen mit Springerstiefeln auf ihr Opfer einzutreten, als dieser der Forderung nicht nachkam. Besonders erschütternd: Die Misshandlungen setzten sich fort, nachdem das Opfer bereits am Boden lag.

Nur vier Tage später, am 8. März, kam es zu einem zweiten Überfall. Diesmal waren fünf Personen beteiligt – darunter ein 15-jähriges Mädchen und ein 16-jähriger Jugendlicher. Zwei der Täter traten erneut mit Springerstiefeln auf den 19-Jährigen ein. Die Gruppe filmte Teile der Tat und veröffentlichte die Aufnahmen anschließend. Als Auslöser für die Angriffe gilt eine Kontaktaufnahme des Opfers zu dem minderjährigen Mädchen.

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Rechtsextreme Hintergründe und weitere Straftaten

Die Polizei ordnet alle Tatverdächtigen dem rechtsextremistischen Spektrum zu. Bei den Durchsuchungen in Hamburg und Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim sicherten Beamte szenetypisches Propagandamaterial und weitere potenzielle Beweismittel.

Dem festgenommenen 17-Jährigen werden zusätzlich zwei weitere Straftaten zur Last gelegt:

  • Am 13. Februar bedrohte er gemeinsam mit einer Gleichaltrigen in Hamburg-Billstedt einen 39-jährigen Migranten mit einem Messer und beleidigte ihn rassistisch.
  • Eine Woche später beschädigte er im Stadtteil Langenhorn ein Wahlplakat und zeigte dabei den verbotenen Hitlergruß.

Ermittlungen und Haftbefehl

Der 17-jährige Hauptverdächtige steht im dringenden Tatverdacht der räuberischen Erpressung. Nach Verkündung des Haftbefehls durch einen Richter wurde er in ein Untersuchungsgefängnis überführt. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Aufklärung des gesamten Tatkomplexes und die Identifizierung möglicher weiterer Beteiligter.

Die Hamburger Polizei betont die Ernsthaftigkeit der Vorwürfe und arbeitet eng mit den Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern zusammen, um die rechtsextremen Netzwerke vollständig aufzudecken.

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