Politisch motivierte Sachbeschädigung in Halle: Staatsschutz übernimmt Ermittlungen
In der Nacht zum Montag kam es in der Delitzscher Straße in Halle (Saale) zu einer schwerwiegenden Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund. Unbekannte Täter beschädigten gezielt 13 Fahrzeuge eines Autovermieters, darunter verschiedene Pkw und Transporter, und hinterließen dabei deutliche Spuren ihres politischen Protests.
Parole 'Fuck ICE' und zerstochene Reifen als Tatmerkmale
Die Polizei wurde um 7.15 Uhr durch einen Mitarbeiter der Autovermietung über den Vorfall informiert. Bei der anschließenden Untersuchung stellten die Beamten fest, dass die Täter auf sämtliche 13 Fahrzeuge die politische Parole 'Fuck ICE' gesprüht hatten. Zusätzlich wurden bei drei Autos jeweils ein Reifen zerstochen, bei einem Transporter sogar zwei Reifen beschädigt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Schmierereien auf die US-Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) beziehen. Diese Behörde steht in den USA wegen ihrer Rolle bei Abschiebemaßnahmen in der Kritik. Aktivisten werfen dem betroffenen Autovermieter vor, durch Fahrzeugvermietungen indirekt an solchen Maßnahmen beteiligt zu sein.
Fünfstelliger Schaden und wirtschaftliche Folgen
Der entstandene Sachschaden wird pro Fahrzeug auf etwa 600 bis 700 Euro geschätzt. Insgesamt ergibt sich damit ein fünfstelliger Schaden. Noch schwerer wiegen jedoch die wirtschaftlichen Konsequenzen für das Unternehmen, da die beschädigten Fahrzeuge vorübergehend nicht vermietet werden können und aufwendige Reparaturen erforderlich sind.
Am Tatort wurde eine umfangreiche Spurensicherung durchgeführt. Die Ermittlungen wurden aufgenommen und werden nun durch den polizeilichen Staatsschutz im Polizeirevier Halle geführt. Aufgrund der eindeutig politischen Parole wird von einer politisch motivierten Straftat ausgegangen.
Hintergrund und bisherige Erkenntnisse
Zuletzt hatte es Anfang 2026 in den USA Proteste gegeben, nachdem unmarkierte Fahrzeuge des betroffenen Autovermieters bei Einsätzen der ICE-Behörde gesichtet worden waren. Dieser Zusammenhang könnte den Tätern als Motiv gedient haben.
Bislang liegt kein Bekennerschreiben vor. Die Polizei bittet Zeugen, die in der Nacht zum Montag im Bereich der Delitzscher Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um die Täter zu identifizieren und weitere Details zu klären.



