Stadtkämmerer von Mühldorf vor Gericht: Massive Vorwürfe der Gewalt und Belästigung
Im Amtsgericht Mühldorf in Bayern hat sich am Freitag der ehemalige Stadtkämmerer Thomas G. (63) wegen schwerwiegender Anschuldigungen verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nicht nur finanzielle Verfehlungen, sondern auch körperliche und psychische Übergriffe gegen Mitarbeiter vor.
Unterschlagung von Stadtgeldern für private Zwecke
Laut Anklage soll Thomas G. über Jahre hinweg städtische Mittel in Höhe von 12.298,84 Euro veruntreut haben. Die Gelder wurden unter anderem für Leberkäsesemmeln, Bahlsen-Kekse und Spülmaschinen-Tabs verwendet. Diese finanziellen Unregelmäßigkeiten bilden jedoch nur einen Teil der Vorwürfe.
Systematisches Mobbing und körperliche Gewalt
Staatsanwältin Stephanie Windhorst schilderte vor Gericht ein Bild massiver Missstände. Demnach soll der Stadtkämmerer seinen Stellvertreter wiederholt erniedrigt, beleidigt und sogar geschlagen haben. Diese Vorfälle deuten auf ein Klima der Angst und Einschüchterung innerhalb der Verwaltung hin.
Sexuelle Belästigung der Sekretärin
Besonders gravierend sind die Vorwürfe sexueller Natur. Thomas G. soll seine Sekretärin lüstern massiert haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, das Lied „Der Friedl hat einen kleinen Schniedel“ gesungen zu haben, was als weitere Form der Belästigung gewertet wird.
Geständnis und rechtliche Konsequenzen
Der Angeklagte räumte die meisten Vorwürfe vor Gericht ein. Die Verhandlung wirft Fragen nach Kontrollmechanismen in öffentlichen Ämtern auf. Das Urteil wird mit Spannung erwartet, da es ein Signal für den Umgang mit Machtmissbrauch in kommunalen Strukturen setzen könnte.



