Glücksspiel-Studie 2025: Jeder dritte Deutsche setzt auf Lotto
Eine umfassende neue Untersuchung zum Spielverhalten in Deutschland liefert überraschende Einblicke. Die Studie "Glücksspiel-Survey 2025" wurde vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) und der Universität Bremen durchgeführt und vom Deutschen Lotto- und Totoblock gefördert.
Repräsentative Befragung mit klaren Ergebnissen
Für die Erhebung wurden insgesamt 12.340 Personen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren telefonisch und online befragt. Die Umfrage fand zwischen dem 4. August und dem 26. November 2025 statt und liefert damit aktuelle Daten zum Glücksspielverhalten der deutschen Bevölkerung.
Stabile Teilnahmequote mit klarem Favoriten
Die Studie zeigt, dass 2025 genau 36,4 Prozent der 69,4 Millionen erwachsenen Deutschen an mindestens einem Glücksspiel mit Geldgewinnmöglichkeit teilnahmen. Diese Quote blieb gegenüber dem Vorjahr mit 36,5 Prozent nahezu stabil.
Das klassische Lotto 6aus49 erwies sich als absoluter Spitzenreiter: Fast jeder fünfte Deutsche (rund 13,88 Millionen Menschen) nahm mindestens einmal an dieser Lotterie teil. Damit dominiert das staatliche Lottoangebot den deutschen Glücksspielmarkt deutlich.
Risikoreiche Spielformen und Suchtgefahr
Im Kontrast zum vergleichsweise harmlosen Lotto stehen riskantere Glücksspielformen. 7,5 Prozent der Deutschen entschieden sich für Automatenspiele, Casinospiele oder Sportwetten. Besonders problematisch ist dabei die Suchtgefahr: 2,2 Prozent der Spieler leiden unter einer Glücksspielstörung, was etwa 1,2 Millionen Menschen entspricht.
Axel Holthaus, Geschäftsführer von Lotto Niedersachsen und Vorsitzender der AG Spielerschutz und Prävention, betonte diese Zahlen bei der Vorstellung der Studie. Besonders junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren sind mit einer Suchtquote von 4,6 Prozent überdurchschnittlich betroffen, während bei den 56- bis 70-Jährigen nur 0,8 Prozent ein Suchtproblem aufweisen.
Geschlechterunterschiede und problematische Spielformen
Die Studie offenbart deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 3,2 Prozent der männlichen Spieler haben eine Glücksspielstörung, während es bei weiblichen Spielern nur 1,1 Prozent sind. Besonders suchtgefährdend sind dabei bestimmte Spielformen:
- Virtuelle Automatenspiele (32,5 Prozent der Suchtbetroffenen)
- Glücksspielautomaten (28,1 Prozent)
- Live-Sportwetten (27,0 Prozent)
- Geldspielautomaten (23,4 Prozent)
Die Unterscheidung zwischen Geldspielautomaten (kleinere Gewinne in Spielhallen) und Glücksspielautomaten (hohe Gewinnchancen in Casinos) ist dabei besonders relevant für die Suchtprävention.
Milliardenmarkt mit Wachstumspotenzial
Glücksspiel stellt in Deutschland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Die gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder verzeichnete für 2024 Brutto-Spielerträge im legalen Markt von rund 14,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung dieses Sektors.
Die Studie liefert damit nicht nur wichtige Daten für die Suchtprävention, sondern auch wertvolle Erkenntnisse über das Konsumverhalten der deutschen Bevölkerung im Bereich des Glücksspiels.



