Tödlicher Hausbrand in Demmin: Eingeschlossene Kinder und verzweifelte Rettungsaktion
In der Hansestadt Demmin in Vorpommern hat sich am Abend des 11. April 2026 eine schwere Brandkatastrophe ereignet, die ein Todesopfer forderte und zahlreiche Menschen in Lebensgefahr brachte. An der Ecke Goethe-/Reiferstraße, direkt neben der katholischen Maria-Rosenkranzkönigin-Kirche, brach in einem Wohnhaus ein Feuer aus, das zu einem dramatischen Rettungseinsatz führte.
Panische Szenen an den Fenstern
Als die ersten Einsatzkräfte gegen 19 Uhr eintrafen, bot sich ihnen ein erschütterndes Bild: Mehrere Bewohner des Gebäudes, darunter auch Kinder, waren in ihren Wohnungen eingeschlossen und kämpften an den Fenstern um Luft. Einige kletterten halb auf das Dach, um dem beißenden Rauch zu entkommen, während andere panisch um Hilfe riefen. Die Gefahr war so akut, dass befürchtet werden musste, Menschen könnten aus Angst in die Tiefe springen.
Der Brand hatte sich im Aufgang zum Dachgeschoss entzündet, wo eine hölzerne Treppe in Flammen stand. Durch den Kamineffekt breitete sich der giftige Qualm rasch in alle angrenzenden Räume aus und drückte sogar durch die Dachziegel nach außen. Das Entkommen über das Treppenhaus war zu diesem Zeitpunkt bereits unmöglich geworden.
Großaufgebot an Rettungskräften
Angesichts der drohenden Katastrophe wurde ein massives Rettungsaufgebot alarmiert. Die Alarmsirenen in Demmin heulten dreimal im Abstand weniger Minuten, um zusätzliche Kräfte herbeizurufen. Neben der örtlichen Feuerwehr aus Demmin rückten Einheiten aus Utzedel, Teusin und ein kompletter Zug aus Loitz an, der eine zweite Drehleiter mitbrachte.
Insgesamt waren etwa 60 Feuerwehrleute mit mehr als einem Dutzend Fahrzeugen im Einsatz. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Polizeikräften sowie medizinischem Personal, darunter Rettungstransportwagen, Ärzte und Sanitäter aus der gesamten Region.
Komplizierte Rettung der Eingeschlossenen
Nach ersten Lageerkundungen befanden sich noch acht Personen in dem brennenden Gebäude. Die Rettung gestaltete sich äußerst schwierig: Während ein Mann über den Flur herausgeholt werden konnte, mussten die anderen sieben Bewohner mit Hilfe der Drehleiter aus ihren Wohnungen gerettet werden.
Unter den Geretteten befanden sich vier Kinder im Alter von 3, 6, 12 und 14 Jahren, eine 37-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 38 und 56 Jahren. Parallel zur Rettungsaktion drangen Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz von innen zu den Eingeschlossenen vor und brachten den Brand unter Kontrolle.
Tragisches Ende trotz aller Bemühungen
Trotz aller Rettungsmaßnahmen endete die Katastrophe tragisch: Ein 39-jähriger Deutscher verstarb noch am Unglücksort, obwohl umfangreiche Reanimationsversuche unternommen wurden. Die Polizei bestätigte am Sonntagmorgen den Tod des Mannes und leitete Ermittlungen zur Brand- und Todesursache ein.
Insgesamt wurden zwölf Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in das nahegelegene Kreiskrankenhaus eingeliefert. Die Rettungstransportwagen reichten anfangs bei weitem nicht aus, sodass sie im Pendelverkehr zwischen Krankenhaus und Brandort hin- und herfahren mussten, bis Verstärkung eintraf.
Folgen des verheerenden Brands
Der Einsatz dauerte bis weit in die Nacht hinein und zog zahlreiche Schaulustige an. Währenddessen waren die Zufahrten weiträumig gesperrt, darunter auch ein wichtiges Stück der B110 als Hauptverkehrsachse durch Demmin.
Das Gebäude, in dessen Erdgeschoss seit Jahrzehnten das Amt Demmin-Land seinen Sitz hat, gilt aufgrund der Brand- und Wasserschäden als nicht mehr bewohnbar. Durch das Ordnungsamt der Stadt und den Hauseigentümer wurden für die restlichen Mieter Ausweichunterkünfte bereitgestellt.
Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf geschätzt mehrere hunderttausend Euro. Die Ermittlungen zur genauen Brandursache dauern an, während die betroffenen Familien mit den traumatischen Erlebnissen und dem Verlust eines Mitbewohners zu kämpfen haben.



