Tödlicher Raser-Unfall bei Berlin: Angeklagter zeigt Reue nach Alkohol-Fahrt mit 190 km/h
Tödlicher Raser-Unfall bei Berlin: Angeklagter zeigt Reue

Tödlicher Raser-Unfall auf der A10: Angeklagter bittet um Entschuldigung

Vor dem Landgericht in Neuruppin hat sich ein tragischer Verkehrsunfall zu einem emotionalen Gerichtsverfahren entwickelt. Ein 35-jähriger Angeklagter steht wegen des Verdachts des illegalen Fahrzeugrennens mit Todesfolge vor Gericht und zeigte nun erstmals öffentlich Reue für seine Tat.

Unfall mit verheerenden Folgen

Der Unfall ereignete sich bereits im August 2022 auf der Autobahn 10 bei der Gemeinde Mühlenbecker Land im Landkreis Oberhavel. Laut Anklage soll der Angeklagte mit mehr als 190 Stundenkilometern und stark alkoholisiert unterwegs gewesen sein. An der Unfallstelle war wegen einer Baustelle eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h in Kraft. Die Polizei stellte bei dem Mann einen Atemalkoholwert von 2,7 Promille fest.

Bei dem Zusammenstoß starb ein 39-jähriger Motorradfahrer. Ein 81-jähriger Autofahrer sowie der damals 31-jährige Angeklagte selbst wurden leicht verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, ein illegales Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge begangen zu haben.

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Zeugen schildern schockierende Details

Mehrere Augenzeugen schilderten vor Gericht den Ablauf des Unfalls in bewegenden Worten. Ein Zeuge berichtete, wie der Angeklagte mit seinem Auto wegen einer Einengung auf der Autobahn von der rechten auf die mittlere Spur wechselte und dabei in zwei Motorradfahrer hineinfuhr.

„Will der nicht langsam mal bremsen?“, habe er sich in dem Moment gedacht. „Ich habe keine Bremslichter gesehen. Dann ist das Auto ungebremst reingefahren.“

Ein anderer Zeuge schilderte die grausamen Bilder des Unfalls: „Ich habe bloß den Toten durch die Luft schleudern sehen.“ Die hinzugerufenen Polizeibeamten beschrieben einen unübersichtlichen Unfallort mit überall verstreuten Trümmerteilen.

Angeklagter zeigt Reue und streitet Alkoholmenge ab

Im Gerichtssaal wandte sich der Angeklagte direkt an die Opfer und deren Hinterbliebene: „Ich habe den Menschen erheblich geschadet und kann den Verlust nie wieder gut machen“, sagte er mit sichtlicher Betroffenheit. „Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht daran gedacht habe, welchen Kummer ich angerichtet habe.“

Gleichzeitig versuchte der 35-Jährige, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezüglich des Alkoholkonsums zu relativieren. Den Polizeibeamten gegenüber habe er angegeben, lediglich ein Glas Wein am Morgen getrunken zu haben. Ein Polizist bestätigte vor Gericht: „Er sagte, er habe ein Glas Wein am Morgen getrunken. Die Kommunikation war gut, ich hatte nicht das Gefühl, dass er komplett neben der Spur stand.“ Der später festgestellte hohe Atemalkoholwert habe ihn daher sehr überrascht.

Staatsanwaltschaft: Absichtlich hohe Geschwindigkeit

Die Staatsanwaltschaft vertritt die Auffassung, dass der Angeklagte bewusst eine möglichst hohe Geschwindigkeit erreichen wollte. Laut Anklage soll er seinen Wagen mit einer Geschwindigkeit von fast 200 Stundenkilometern geführt haben, obwohl an der Baustelle nur 80 km/h erlaubt waren.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Angeklagte mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf die Baustelle zufuhr, was letztlich zu dem tödlichen Unfall führte. Die genauen Umstände werden in dem laufenden Verfahren weiter aufgeklärt.

Weiterer Verhandlungstermin steht bereits fest

Insgesamt sind für diesen Prozess zwei Verhandlungstermine anberaumt. Der nächste Termin soll am 19. März stattfinden, an dem weitere Zeugen gehört und Beweise vorgelegt werden sollen. Das Gericht wird dann über das weitere Vorgehen entscheiden und möglicherweise ein Urteil fällen.

Der Fall hat nicht nur juristische, sondern auch gesellschaftliche Bedeutung, da er die Gefahren von Raserei und Alkohol am Steuer in erschreckender Deutlichkeit vor Augen führt. Die tragischen Folgen für alle Beteiligten – insbesondere für die Familie des getöteten Motorradfahrers – werden noch lange nachwirken.

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