Herzinfarkte in Mecklenburg-Vorpommern gehen zurück
Herzinfarkte in MV: Rückgang um 500 pro Jahr

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Häufigkeit von Herzinfarkten in den vergangenen Jahren merklich gesunken. Wie die AOK Nordost mitteilte, kamen auf 100.000 Menschen über 30 Jahren im Jahr 2017 noch 390 Patienten, die mit einem akuten Herzinfarkt im Krankenhaus behandelt wurden. Im Jahr 2024 waren es nur noch 360. Ein Sprecher der größten Krankenkasse des Landes erklärte: „In absoluten Zahlen beträgt der Rückgang rund 500 Herzinfarkte pro Jahr.“ Die Angaben seien repräsentativ.

Ursachen für den Rückgang

Die Kardiologin Anja Sandek vom AOK-Ärztehaus „Centrum für Gesundheit“ in Berlin nennt mehrere Gründe für die positive Entwicklung. „Wir erkennen in Vorsorgeuntersuchungen Risiken heute früher und können sie konsequenter behandeln. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte.“ Moderne Diagnoseverfahren wie Herz-Ultraschall, Angiographie und Computertomographie der Herzgefäße ermöglichten es, Gefäßverengungen zu erkennen, bevor Durchblutungsstörungen auftreten. „Außerdem haben sich Katheterbehandlung und chirurgische Verfahren bei der Behandlung eines Herzinfarktes weiterentwickelt“, so Sandek.

Regionale Unterschiede in Mecklenburg-Vorpommern

Trotz des allgemeinen Rückgangs zeigen die Daten der AOK große regionale Unterschiede. Besonders hohe Herzinfarkt-Raten verzeichnete 2024 der Landkreis Mecklenburgische Seeplatte mit 450 Fällen je 100.000 Einwohner ab 30 Jahren, gefolgt vom Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 410 Fällen. Am niedrigsten lag die Rate in Rostock mit 270 Fällen sowie in Schwerin und im Landkreis Nordwestmecklenburg mit jeweils 290 Fällen. Vom bundesweiten Durchschnitt von 320 Herzinfarkten ist Mecklenburg-Vorpommern noch ein gutes Stück entfernt. Ein AOK-Sprecher nannte soziale Ursachen als Grund für die regionalen Unterschiede: Je schwächer der soziale Status der Einwohner einer Region sei, desto weiter verbreitet seien Risikofaktoren wie Rauchen.

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Keine Entwarnung

Tom Forbrich von der AOK Nordost sieht im Rückgang der Herzinfarkte keinen Grund zur Entwarnung. „Ein Herzinfarkt bleibt ein lebensbedrohlicher Notfall. Viele Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Rauchen sind weiterhin stark verbreitet.“ Die Gesundheitsexperten appellieren daher an die Bevölkerung, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und auf einen gesunden Lebensstil zu achten.

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