Tödlicher Tritt im Alten Botanischen Garten: Sieben Jahre Haft gefordert
Im Prozess um den tödlichen Angriff im Alten Botanischen Garten in München haben Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten. Die Verfahrensbeteiligten beurteilen die Tat dabei auf sehr unterschiedliche Weise.
Unterschiedliche Forderungen der Verfahrensparteien
Die Staatsanwaltschaft forderte für den 31-jährigen Angeklagten eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten wegen Körperverletzung mit Todesfolge, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Nebenklage plädierte hingegen auf Mord, hilfsweise ebenfalls auf Körperverletzung mit Todesfolge, und beantragte zehn Jahre Haft. Dagegen sprach sich die Verteidigung für eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung aus und forderte lediglich zwei Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe.
Hintergrund der Tat
Im September 2024 soll der angeklagte Pole einen 57-jährigen Mann nach einem Streit so heftig gegen den Kopf getreten haben, dass dieser zu Boden stürzte und wenig später im Krankenhaus an schweren Kopfverletzungen verstarb. Das Opfer erlag seinen Verletzungen noch im Krankenhaus.
Urteilsverkündung und Verfahrensverlauf
Am Mittwoch will das Gericht das Urteil in diesem aufsehenerregenden Fall verkünden. Es handelt sich um die Neuauflage eines Verfahrens, das eigentlich bereits im November begonnen hatte, aber wegen Befangenheit des Vorsitzenden Richters platzen musste. Eine Äußerung des Vorsitzenden konnte laut Landgericht München I "den bösen Anschein einer herkunftsbezogenen Voreingenommenheit begründen".
Es ging dabei um eine Äußerung während der schleppenden Vernehmung eines aus Somalia stammenden Zeugen. Der Richter hatte erklärt: "Wie dumm kann man sein? Ich kann die Aussage von Trump langsam echt nachvollziehen." US-Präsident Donald Trump hatte Menschen aus Somalia zuvor als "Müll" beschimpft. Diese Äußerung führte zur Abberufung des Richters und zum Neubeginn des Verfahrens.
Das Landgericht München I muss nun in diesem komplexen Fall eine gerechte Entscheidung treffen, die sowohl der Schwere der Tat als auch den rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung trägt. Die unterschiedlichen Forderungen der Verfahrensbeteiligten zeigen, wie kontrovers dieser Fall juristisch bewertet wird.



