Möbellieferant enthüllt: Betreiber der Todesbar lehnten Brandschutz aus Kostengründen ab
Todesbar: Betreiber lehnten Brandschutz aus Kostengründen ab

Möbellieferant erhebt schwere Vorwürfe: Betreiber der Todesbar lehnten Brandschutzmaßnahmen bewusst ab

Im Fall der verheerenden Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana, bei der in der Silvesternacht 41 Menschen ums Leben kamen, treten immer erschreckendere Details zutage. Jetzt meldete sich der Möbellieferant der Einrichtung bei einem italienischen Sender und enthüllte skrupellose Praktiken der Betreiber.

Feuerfeste Möbel waren zu teuer – 15 Prozent Aufschlag als Hindernis

Jacques (49) und Jessica Moretti (40) hätten bei ihm die komplette Innenausstattung bestellt, jedoch ausdrücklich auf Brandschutz verzichtet. „Er hat bei mir bestellt und dabei gesagt, dass er keinen Brandschutz für die Einrichtung wollte“, zitiert die Schweizer Zeitung „Blick“ den Lieferanten. Der Grund sei ein finanzieller gewesen: Feuerfeste Polsterungen hätten einen Aufschlag von 15 Prozent gekostet, den das Ehepaar nicht zahlen wollte.

„Wenn man ein Sofa kauft, muss die Polsterung feuerfest sein, wenn sie für ein Lokal verwendet wird. Aber sie wollten das nicht“, so der Unternehmer weiter. Diese Entscheidung erscheint im Nachhinein als fatal, da das Feuer in der Bar sich rasend schnell ausbreitete und zu der hohen Opferzahl beitrug.

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Drohungen mit Beziehungen und Gewalt

Noch schockierender sind die weiteren Aussagen des Lieferanten. Jessica Moretti habe ihm gegenüber behauptet, sie bräuchten keine feuerfeste Einrichtung, weil sie Verwandte in hohen Positionen in der Gemeinde Crans-Montana hätten. „Deshalb bräuchten sie keine feuerfeste Einrichtung, weil sie diese Leute eben gut kennen“, zitierte der Lieferant die Aussage der Betreiberin.

Zudem habe Jacques Moretti ihm in einer E-Mail Gewalt angedroht. „Ich habe auch eine E-Mail, in der Moretti droht, mir die Knochen, die Beine und die Arme zu brechen, weil ich seiner Meinung nach zu direkt mit seiner Frau gesprochen habe“, berichtete der Möbellieferant. Diese E-Mail habe er als Beweisstück gespeichert.

Ermittlungen weiten sich aus – IT-Panne und mögliche Versäumnisse

Die Staatsanwaltschaft im Kanton Wallis hat bereits Ende Januar ein Ermittlungsverfahren gegen einen ehemaligen Brandinspektor eröffnet. Es geht um mögliche Versäumnisse bei der Brandschutzüberprüfung der Bar. Parallel dazu gab es eine schwere Panne bei der Software zur Koordinierung der Brandkontrollen durch die Feuerwehren.

Die Plattform „VS Fire“ wurde abgeschaltet, nachdem der offenbar psychisch kranke IT-Experte, der sie entwickelt hatte, der Gemeinde mit Enthüllungen drohte. Diese technische Schwachstelle könnte die Sicherheitskontrollen zusätzlich beeinträchtigt haben.

Hintergrund des Brandes

Ausgelöst wurde das Feuer durch Feuerfontänen in Sektflaschen, die in der Silvesternacht in der Bar verwendet wurden. Die fehlende feuerfeste Ausstattung und möglicherweise mangelnde Sicherheitsvorkehrungen führten zu einer schnellen Ausbreitung der Flammen, die 41 Menschen das Leben kosteten.

Die Enthüllungen des Möbellieferanten werfen ein dunkles Licht auf die Geschäftspraktiken des Ehepaars Moretti und mögliche Verfilzungen in der Gemeinde. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, während die Öffentlichkeit nach Antworten und Gerechtigkeit für die Opfer der Tragödie verlangt.

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