Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Militärgouverneur von Cherson, Olexander Prokudin, teilte auf Telegram mit, dass es sich bei den Toten um einen Mann und eine Frau handele. Zudem seien sieben weitere Passagiere des Kleinbusses verletzt worden – sechs Männer und eine Frau. Alle Verletzten seien umgehend in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge gegen 7.00 Uhr morgens Ortszeit (6.00 MEZ).
Cherson: Eine Stadt im ständigen Beschuss
Vor dem Krieg war Cherson eine beschauliche Hafenstadt am Schwarzen Meer. Die von Moskau betriebene Invasion hat sie weitgehend zerstört. Kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine eroberte Russland Cherson. Die russischen Militärs mussten die Gebietshauptstadt am Dnipro im Herbst 2022 nach einer ukrainischen Gegenoffensive jedoch wieder räumen und sich hinter den Fluss zurückziehen. Seither verläuft die Frontlinie unmittelbar östlich der Stadt. Cherson wird daher immer wieder von den russischen Truppen mit Artillerie, Drohnen und Raketen beschossen. Die Zivilbevölkerung leidet enorm unter den ständigen Angriffen, die immer wieder Tote und Verletzte fordern.
Hintergrund des Angriffs
Der jüngste Angriff auf den Kleinbus reiht sich ein in eine Serie von Attacken auf zivile Ziele in der Region. Die ukrainischen Behörden dokumentieren jeden Vorfall und machen die russische Führung für die Kriegsverbrechen verantwortlich. Internationale Organisationen fordern immer wieder den Schutz der Zivilbevölkerung und eine Einstellung der Angriffe auf bewohnte Gebiete. Die Stadt Cherson ist ein trauriges Beispiel für die Zerstörungskraft des Krieges, der bereits Tausende von Menschenleben gefordert und unzählige Städte in Schutt und Asche gelegt hat.



