Tragödie in Hürth: 21-Jähriger überfährt Schulklasse bei Rot – zwei Tote
Tragödie in Hürth: 21-Jähriger überfährt Schulklasse bei Rot

Ein tragischer Unfall erschüttert die Stadt Hürth bei Köln: Ein 21-jähriger BMW-Fahrer überfuhr eine Schulklasse, die bei Grün die Fußgängerampel überquerte. Die zehnjährige Avin und der 25-jährige Schulbegleiter Luis Paulo starben an ihren schweren Verletzungen. Der Fahrer muss sich nun vor dem Kölner Landgericht wegen fahrlässiger Tötung und mehrfacher Körperverletzung verantworten.

Unfallhergang

Laut Anklage war der Fahrer am 4. Juni des Vorjahres mit 54 bis 57 km/h auf den Fußgängerüberweg an der Frechener Straße in Hürth zugerast, obwohl die Ampel bereits seit vier Sekunden Rot zeigte. Der BMW erfasste Avin und Luis Paulo frontal. Beide wurden durch die Luft geschleudert. Avin starb zwei Tage später, Luis Paulo neun Tage nach dem Unfall. Weitere Kinder wurden verletzt.

Reue und Entschuldigung des Angeklagten

Im Gerichtssaal trafen die Eltern des getöteten Luis Paulo und die Mutter von Avin auf den jungen Mann. „Ich würde mein eigenes Leben geben, um alles ungeschehen zu machen“, sagte der Angeklagte laut Bayerischem Rundfunk. Die Mutter von Avin kann die Entschuldigung jedoch nicht annehmen. „Das Leben unserer Familie ist zerstört“, erklärte sie.

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Vorgeschichte des Fahrers

Der 21-Jährige ist bereits mehrfach nach Jugendstrafrecht vorbestraft. Drogen oder Alkohol waren laut Tests nicht im Spiel. Sein Verteidiger ließ mitteilen, dass er bei Gelb auf die Ampel zugefahren sei und dann nach links geschaut habe, woraufhin es zum Unfall kam.

Organspenden und Engagement der Familien

Luis Paulo war Organspender und rettete nach seinem Tod Leben. Auch die Eltern der kleinen Avin gaben ihre Organe frei. Ein sechsjähriges Mädchen erhielt Avins Herz. Die Familie von Luis Paulo gründete eine Stiftung in seinem Namen, die Spenden sammelt und sich für den Schutz von Kindern einsetzt. „Hass und Wut bringen uns unseren Sohn nicht zurück“, sagte Vater Marcus Jochim vor dem Prozess.

Das Urteil gegen den Fahrer wird am 3. Juni erwartet.

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