Die Gold Coast in Queensland, Australien, ist bekannt für ihre Hochhäuser, Vergnügungsparks und protzigen Autos – ein Gegenentwurf zum klassischen Outback-Image. Genau hier sollte ein Trump Tower entstehen, doch die Pläne sind nun endgültig vom Tisch.
Geplanter Wolkenkratzer in Surfers Paradise
Das Bauunternehmen Altus, angeführt von Gründer David Young, wollte im Stadtteil Surfers Paradise einen 1,5 Milliarden australische Dollar teuren Turm mit 91 Stockwerken errichten. Es wäre das höchste Gebäude der Gold Coast geworden. Die Trump-Familie sollte ihren Namen dafür leihen. Im Februar reiste Young eigens nach Florida, um im Mar-a-Lago-Club von Donald Trump mit Präsidentensohn Eric Trump per Handschlag den Deal zu besiegeln.
Krieg im Iran als Wendepunkt
Nur zwei Wochen später begann Trump den Krieg im Iran. Dieses Ereignis, so Young, habe die Marke Trump in Australien „zu toxisch“ gemacht. „Sagen wir einfach: Durch den Irankrieg und andere Faktoren ist die Marke Trump in Australien zu toxisch geworden. Wir wussten seit einer Weile, dass wir getrennte Wege gehen müssen“, erklärte er dem Sender ABC.
Trump-Gruppe sieht andere Gründe
Die Trump-Gruppe unter Eric Trump widerspricht dieser Darstellung. „Nach Monaten der Verhandlungen und voller leerer Versprechen war die Altus Gruppe nicht in der Lage, auch nur die grundlegenden finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen“, hieß es in einer Stellungnahme. Von den mehr als 120.000 Unterschriften einer Petition gegen den Turm oder den Protesten vor der Gemeindevertretung im Mai ist keine Rede.
Proteste und öffentliche Meinung
Im April ergab eine Umfrage die niedrigsten Zustimmungswerte für Trump in Australien während seiner zweiten Amtszeit. Die gestiegenen Spritpreise infolge des Irankriegs werden von vielen Bürgern Washington angelastet. Bürgermeister Tom Tate, selbst für seinen extravaganten Lebensstil bekannt, sieht vor allem finanzielle Gründe: „Es geht nur ums Geld. Die Trump-Gruppe will viel mehr Geld für ihre Marke und einen hohen Prozentsatz der Einnahmen.“ Die Gegenseite, die das finanzielle Risiko tragen musste, habe irgendwann abgewunken.
Freude bei Gegnern
Für die Gegner des Protzbaus ist die Entscheidung ein Grund zum Feiern. Craig Hill, der den Protest mitorganisiert hatte, erklärte der New York Times: „Wenn ich diesen Sieg einfahren kann, sollte ich mein Glück auch in der Lotterie versuchen.“ Er werde neben einigen Bieren auch einen Lottoschein kaufen.



