Yanis Varoufakis vor Gericht: Ex-Finanzminister wegen Drogen-Äußerungen angeklagt
Varoufakis vor Gericht wegen Drogen-Äußerungen

Ehemaliger griechischer Finanzminister muss vor Gericht erscheinen

Der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis (64) wird sich wegen seiner öffentlichen Äußerungen zum persönlichen Drogenkonsum vor Gericht verantworten müssen. Wie die von ihm gegründete Partei MeRA25 mitteilte, muss der Politiker im Dezember wegen der Vorwürfe der „Anstiftung“ zum Drogenkonsum und der „Förderung von Suchtmitteln“ vor einem griechischen Gericht erscheinen.

Podcast-Äußerungen als Auslöser des Verfahrens

Auslöser für das juristische Vorgehen waren Aussagen, die Varoufakis im Januar in einem Podcast machte. Darin berichtete der ehemalige Minister offen über seine Drogenerfahrungen. „Ich habe vor Jahrzehnten einmal Ecstasy genommen“, sagte Varoufakis. „Ich konnte 15 bis 16 Stunden lang tanzen, aber danach litt ich eine Woche lang und habe es nie wieder genommen.“ Der Politiker gab weiter an, dass er nach wie vor gerne Cannabis rauche, jedoch Schwierigkeiten habe, es zu beschaffen.

„Ich mache mir keine Sorgen wegen Experimentierens. Ich mache mir Sorgen wegen Sucht“, betonte der Ex-Minister in dem Interview. Diese Äußerungen haben nun zu einem Gerichtsverfahren geführt, das in Griechenland für erhebliche Diskussionen sorgt.

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Scharfe Kritik von Varoufakis' Partei

Die Partei MeRA25 übte in einer Stellungnahme scharfe Kritik an der griechischen Justiz. „Wir werden weiterhin mit Ehrlichkeit und einem modernen wissenschaftlichen Ansatz Stellung beziehen (bezogen auf Sucht) und nicht mit einer Haltung im Stil der Gendarmerie aus den 1950er Jahren“, heißt es in der Mitteilung. Die Partei wirft den Behörden vor, mit veralteten Methoden gegen Drogenkonsum vorzugehen, anstatt auf wissenschaftlich fundierte Suchtprävention zu setzen.

Bekannte politische Figur mit umstrittener Vergangenheit

Yanis Varoufakis war im Jahr 2015 für ein halbes Jahr Finanzminister in der linksgerichteten Regierung von Alexis Tsipras (51). Seine Partei MeRA25, die sich für ein Ende der Sparpolitik in Griechenland einsetzt, scheiterte bei den jüngsten Parlamentswahlen 2023 an der Drei-Prozent-Hürde.

Bekannt – und in manchen Kreisen berüchtigt – wurde Varoufakis durch eine Äußerung aus dem Jahr 2013, in der er die europäische Rettungspolitik, die Griechenland damals zu einem strikten Spar- und Reformkurs verpflichtet hatte, heftig kritisierte. Der Politiker hat jedoch immer bestritten, in dieser Rede Deutschland den Mittelfinger gezeigt zu haben. Er bezeichnete ein entsprechendes Video als Fälschung.

Das nun anstehende Gerichtsverfahren wirft Fragen nach der Meinungsfreiheit und dem Umgang mit persönlichen Drogenerfahrungen in der Öffentlichkeit auf. Es bleibt abzuwarten, wie das griechische Gericht die Äußerungen des ehemaligen Ministers bewerten wird und welche Konsequenzen sich daraus für die politische Landschaft des Landes ergeben könnten.

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